Vor 20 Jahren: Explosion der Fina-Tankstelle in Eynatten

Am Donnerstag genau vor 20 Jahren ereignete sich eines der schlimmsten Unglücke in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Am 18. Juni 1995 explodierte das Restaurant an der Fina-Tankstelle in Eynatten. 16 Menschen kamen ums Leben.

Das was früher einmal Fina war, ist heute die Total-Tankstelle. Nichts erinnert mehr an das tragische Unglück, das sich hier vor 20 Jahren zugetragen hat. Und doch ist die Tragödie den meisten Ostbelgiern wohl noch in lebhafter Erinnerung.

Es war ein später Sonntagnachmittag als das Restaurant der Autobahntankstelle explodierte. Innerhalb kürzester Zeit brannte der gesamte Gebäudekomplex komplett nieder. Der Unglücksort bot ein Bild des Schreckens. 16 Leichen wurden von den Rettungskräften geborgen, drei Menschen wurden schwer verletzt.

„Es war eine tragische Katastrophe. Durch die Explosion eines Gastanks stand innerhalb kurzer Zeit die ganze Tankstelle einschließlich der Gassttätte in Flammen. Sie können sich wohl vorstellen, was das für einen Auflauf mit sich gebracht hat“, erinnert sich der damalige Bürgermeister von Raeren, Bruno Fagnoul, im BRF-Interview. Rund 150 Rettungskräfte waren damals mit den Lösch- und Bergungsarbeiten beschäftigt.

Das Schlimmste war die Ungewissheit. „Wir wussten nicht wie viele Personen in dieser Gaststätte, beziehungsweise im gesamten Komplex vorhanden waren. Das hat sich dann erst im Laufe der Nacht herausgestellt“, erklärt Fagnoul. Die Angehörigen jener Toten, die bereits identifiziert worden waren, wurden dann noch in der Nacht benachrichtigt.

Im Laufe des Abend reiste auch König Albert an, um sich ein Bild vom Ort des Geschehens zu machen und den Angehörigen sein Beileid zu bekunden.

Mit großer Unterstützung der Fina-Gesellschaft wurde nur kurze Zeit nach dem Unglück ein Fonds eingerichtet. Innerhalb weniger Tage war damals eine beträchtliche Summe zusammengekommen.  Auch wenn sich ein derartiges Unglück wohl kaum mit Geld entschädigen lässt, so konnte der Fonds doch entscheidende und kurzfristige Hilfe für die Angehörigen und Schwerverletzten leisten.

Bis heute haben sich die Ereignisse vom 18. Juni in das kollektive Gedächtnis Ostbelgiens eingebrannt. Viele Rettungskräfte haben immer noch schwer an dem zu tragen, was sie hier damals erlebt haben – und doch: „Die Erinnerung verblasst – das muss man sich schon eingestehen“, so Fagnoul.

An der jetzigen Total-Tankstelle erinnert heute noch ein Gedenkstein an die Opfer der Explosion. Zum 20. Jahrestag des Unglücks hat die heutige Betreiberin der Tankstelle ihn mit Blumen geschmückt.

Archivbilder: BELGA

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