Tradition: Maiennacht in der Eifel und Malmedy

Vor knapp 150 Jahren wurde die Maiennacht komponiert, fast genau so lange bringen junge Männer ihren Angebeteten in der Nacht zum 1. Mai ein Ständchen. Entstanden ist die Tradition in Malmedy, dann hat sie sich über die Eifel bis hin ins Eupener Land und sogar nach Deutschland verbreitet.

Ostbelgische Tradition: Maiennacht

In Ostbelgien ziehen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Junggesellen von Haus zu Haus. Sie singen jungen unverheirateten Mädchen die Maiennacht. In Medell waren Christoph und seine Freunde unterwegs. „Wir machen das seit vier Jahren zusammen. Es ist einfach schön, mit den anderen zusammen zu sein und neue Mädchen kennenzulernen.“

In Malmedy zog wie jedes Jahr der Chor „La Royale Malmédienne“ von Haus zu Haus. Die Maiennacht-Tradition kommt ursprünglich aus Malmedy.

„Die Lebierre-Brüder haben die Maiennacht – Lu nut‘ du May – 1868 geschrieben: einer den Text, der andere hat die Melodie dazu komponiert“, erklärt Marc Distrée, Präsident der „Royale Malmédienne“. Den Chor gibt es seit 1866, damit ist er sogar noch zwei Jahre älter als die Maiennacht.

„Eigentlich war es ein Lied für eine der Rollen im Karneval von Malmedy, aber die Jugend und die Musik- und Gesangsvereine in Malmedy haben es übernommen. So ist die Tradition entstanden, seiner Angebeteten in der Maiennacht ein Ständchen zu bringen.“ Die Maiennacht war der Baronin Vonderheyden gewidmet, der Ehefrau des damaligen Landrats von Malmedy. Deshalb wurde sie dann später auch auf Deutsch übersetzt.

Höhepunkt des Abends: Der Chor singt die Maiennacht auf der Place de Rome. Das lassen sich die traditionsverbundenen Malmedyer – trotz des Regens – nicht entgehen.

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