Huy: Hunderte demonstrieren gegen Tihange und Doel

Hunderte Demonstranten aus Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden haben am Sonntag in Huy gegen die Atomkraft demonstriert und die endgültige Schließung von Tihange und Doel gefordert.

In Huy wurde am Sonntag gegen die Atomkraft demonstriert. Die Polizei spricht von 600, die Organisatoren von 1.500 Teilnehmer aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Sie alle haben die endgültige Schließung der Atomkraftanlagen von Tihange und Doel gefordert.

Man spricht Deutsch in Huy, zumindest für einen Tag. Zusammen mit der belgischen Vereinigung ‚Nucléaire Stop‘ hatte das ‚Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen‘ zur Demonstration aufgerufen. Ein Großteil, wenn nicht sogar die Überzahl der Teilnehmer, war dem Ruf aus Deutschland gefolgt. Jörg Schellenberg, der Sprecher des ‚Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen‘ war mit dem Zulauf sehr zufrieden.

Aus Mainz angereist war Dr. Thomas Griese. Der ehemalige Richter ist heute rheinland-pfälzischer Staatssekretär für die Partei ‚Bündnis 90/Die Grünen‘. Dass viel Demonstranten aus Deutschland angereist waren, liege an den Ballungszentren direkt an der Grenze zu Belgien. „Wenn man auf die Bevölkerungsdichte beispielsweise im Raum Aachen schaut, sieht man, dass die Betroffenheit dort noch sehr viel größer wäre. Im Falle eines Unfalls würde die Radioaktivität durch den üblicherweise vorhandenen Westwind nach Osten abgetrieben“, sagt Griese im BRF-Interview.

Letztendlich sei aber das Ziel wichtiger als die Herkunft der Teilnehmer am Protestmarsch gegen die Atomindustrie. „Es reicht nicht, in Deutschland die Reaktoren abzustellen, wir müssen europaweit dazu kommen“, so Griese weiter.

Die ostbelgischen Teilnehmer der Demonstration wurden auch vom Ecolo-Parlamentarier Freddy Mockel aus Eupen begleitet. Er wünscht sich, dass Belgien den längst beschlossenen Atomausstieg nicht einfach immer weiter in die Zukunft verschiebt. Die aktuelle Situation sei dramatisch genug: „Man will hier Reaktoren wieder hochfahren, die schon ein gewisses Alter auf dem Buckel haben und andauernd irgendwelche Zwischenfälle produzieren“, sagt Mockel. Gleichzeitig schiebe man die Energiewende nach hinten. Dabei hatte Belgien schon einmal den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Anscheinend sei man aber nicht bereit, diesen auch umzusetzen.

Dies sei nicht die letzte Demonstration dieser Art gewesen, ist sich Freddy Mockel sicher. Für Mitorganisator Jörg Schellenberg ist eine Sache klar. Die Atom-Lobby sei nicht nur in Belgien unverantwortlich. „Profit zählt und abgeschriebene Reaktoren möchte man so lange wie möglich betreiben. Egal, ob es Menschen gefährdet oder nicht.“



Bilder: BRF

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