BRF-Mitarbeiter Kurt Fagnoul im Alter von 80 Jahren gestorben

Ein Pionier des Belgischen Rundfunks ist in der Nacht zum Freitag gestorben: Kurt Fagnoul starb kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres im St. Vither Altenheim St. Elisabeth.

h3>Lebenslauf

Fagnoul wurde 1928 in Montenau geboren und war ab 1938 Schüler des Königlichen Athenäums Malmedy. Als 15-Jähriger wurde er am 11. Januar 1944 zum Flakdienst nach Aachen und später nach Hamburg eingezogen. Nach einer Odyssee zwischen Front und Heimat begann Kurt Fagnoul nach dem Ende des 2. Weltkriegs 1946 seine berufliche Laufbahn als Finanzbeamter beim Steueramt – zunächst in Montenau und bald schon nach Verlegung der Dienststelle in St. Vith. Dort bekleidete er bis zu seiner Pensionierung 1988 das Amt des beigeordneten Einnehmers.

Der Heimatforscher

In den ersten Jahren nach dem Krieg entdeckte Kurt Fagnoul auch seine Liebe für die Heimatgeschichte. Der Lokal- und Regionalhistoriker gründete 1965 zusammen mit anderen geschichtsbegeisterten Mitstreitern – darunter auch der langjährige BRF-Journalist Hubert Jenniges – den Geschichtsverein ZVS „Zwischen Venn und Schneifel“. 32 Jahre lang war Fagnoul dessen Vorsitzender. In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche Beiträge und Publikationen, unter anderem Bücher über „Die Kriegsschicksale 44/45“, „St. Vith im Schatten des Endsiegs“ oder über „Das Land zwischen Venn und Schneifel im Bild“.

Als sein wichtigstes und schönstes Werk bezeichnete Fagnoul das Buch über die Glocken im grenzüberschreitenden Eifelraum. Für seine Veröffentlichungen erhielt Kurt Fagnoul zahlreiche Preise. Als größte Auszeichnung galt ihm die Ehre, im November 2005 den Belgischen König, Albert II., im Alten- und Pflegeheim von Bütgenbach willkommen heißen zu dürfen. Er habe nie damit gerechnet, in derartiger Weise mit dem König in Kontakt treten zu dürfen. Der König habe sich ihm als sehr volkstümlicher Mann mit besten Kenntnissen der deutschen Sprache vorgestellt.

Der Rundfunkmann

Für den Belgischen Rundfunk war Kurt Fagnoul seit 1966 als Reporter tätig. Der damalige Direktor Peter Moutschen holte ihn zunächst als freien Journalisten zum Sender. Bis 1993 betreute Fagnoul auch als regelmäßiger Moderator die von ihm aus der Taufe gehobene Mundartsendung, für die er bis in den Herbst 2001 weiter tätig war.

Kurt Fagnouls Eifeler Platt war eine besondere Mischform, ein Spiegel seiner starken Persönlichkeit, die bei aller Liebenswürdigkeit ihre Ecken und Kanten bis zuletzt bewahrte. Der Belgische Rundfunk verliert einen hoch geschätzten langjährigen Mitarbeiter und einen ganz besonderen Menschen. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Freunden.

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