Schutz des Eifeler Nachthimmels vor Lichtverschmutzung

"Weißt Du, wieviel Sternlein stehen", heißt es im Gutenachtlied. Doch vielen bleibt der Sternenhimmel verborgen, weil die Nacht in Städten und anderen dicht besiedelten Räumen einfach zu hell ist. Das Phänomen wird auch als "Lichtverschmutzung" beschrieben, mit negativen Folgen für Mensch und Natur. In der deutschen Nordeifel wird gegengesteuert: Sie soll zu einem "Sternenreservat" werden.

Die Beteiligten des Projekts "Sternenreservat"

Wenn Harald Bardenhagen vom Sternbildern erz ählt oder vom astronomischen Kalender der Alten Ägypter, kommt er so richtig in Fahrt. Seit 45 Jahren ist er begeisterter Hobby-Astronom, inzwischen hat er sogar angefangen, Astronomie zu studieren. Am Standort Vogelsang gibt er diese Begeisterung mit Hilfe einer kleinen mobilen Sternwarte weiter, denn hier findet er, was er in Köln nicht hat.

Der Nationalpark Eifel ist im Februar bereits als „Sternenpark“ ausgezeichnet worden. Nun wollen Bardenhangen und seine Mitstreiter den Kreis erweitern und die gesamte Nordeifel als „Sternenreservat“ anerkennen lassen – was nicht heißt, dass die Eifeler im Dunkeln  tappen müssen.

„Ein vernünftiger Umgang mit Licht in der Nacht bedeutet nicht, dass man jetzt alles Licht ausschaltet. Nur man muss sich überlegen, wo das Licht wirklich erfoderlich ist und in welcher Strahlkraft es nötig ist“, erläutert Bardenhagen.

Klingt einleuchtend – haben sich auch die Kommunalverantwortlichen in Heimbach oder Schleiden gesagt. Andreas Glodowski ist bei der Stadt Schleiden für die Straßenbeleuchtung zuständig. „Am Anfang waren alle recht skeptisch, aber man muss auch einfach mal anders denken“, gibt er im BRF-Interview an. Nach seiner Erfahrung müssen die neuen Leucht-Konzepte auch nicht teurer sein. „Mittlerweile nicht mehr. Vor drei Jahren gab es nur ganz wenige, die Dark-Sky-Friendly waren und die waren sehr teuer. Aber jetzt, einige Jahre später, hat fast jeder Hersteller Dark-Sky-Friendly-Leuchten im Angebot und sie kosten nicht mehr als andere.“

„Dark Sky Friendly“ heißt, dass künstliches Licht nicht unnötig nach oben oder seitlich abgestrahlt wird – und auch die Farbtemperatur des Lichts spielt eine wichtige Rolle: Gelbes Licht sei weniger schädlich als weißes oder blaues Licht, sagt Harald Bardenhagen, der auch Mitglied der „Lichttechnischen Gesellschaft“ ist. Da haben wir ja noch Glück mit unserer Autobahnbeleuchtung.

Die Projektträger wollen auch belgische Grenzgemeinden und die Deutschsprachige Gemeinschaft ansprechen. Gefördert wird das Projekt übrigens mit Geldern der Nordrhein-Westfalen Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, aus dem europäischen LEADER-Programm und vom Kreis Euskirchen.

Neben der Information und Sensibilisierung sind ausdrücklich auch buchbare Angebote für Touristen eingeplant. „Gerade für Menschen aus Ballungsgebieten und Großstädten ist es absolut interessant den Nachthimmel zu sehen“, erklärt Bardenhangen. So wie für jene 80-jährige Dame aus Bonn, die noch einmal in ihrem Leben die Milchstraße am Nachthimmel sehen wollte. Seitdem, so erzählt Harald Bardenhagen, ist sie schon einige Male wieder gekommen…

Bild: BRF