In den nächsten Tagen läuft auch in Ostbelgien wieder die Spendenkampagne 11.11.11. Dann ziehen Freiwillige von Haus zu Haus und verkaufen verschiedene Produkte zugunsten der Entwicklungshilfe. Hinter 11.11.11 steckt der Dachverband von mehr als 80 Nichtregierungsorganisationen in Belgien.
Mit einem provozierenden Bild will 11.11.11 auf die Folgen der industrialisierten Landwirtschaft aufmerksam machen. Der Kampf um den billigsten Preis führe dazu, dass in Thailand das Futter für die Garnelenzucht unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird. Garnelen, die in den Industrieländern in den Supermärkten landen. Für 11.11.11 ist das nur ein Negativ-Beispiel von vielen. Nahrungsmittel gebe es genug für alle auf der Welt. Doch vieles vergammelt oder landet als Biosprit im Tank.
Die Aktion 11.11.11 hat im letzten Jahr über 50 Projekte in Entwicklungsländern mit über 1,3 Millionen Euro unterstützt. Projekte, bei denen Menschen in die Lage versetzt werden sollen, unter würdigen Bedingungen für sich selbst Nahrung zu produzieren und unter fairen Bedingungen zu handeln. In Ostbelgien ist Miteinander Teilen bei 11.11.11 engagiert und setzt auf hunderte Freiwillige, die in den nächsten Tagen verschiedene Produkte an der Tür zum Kauf anbieten – etwa Kaffee, Tee, Grußkarten oder Kalender. In Amel setzt Clemens Peters auf die Hilfe von Schüler, denn Erwachsene seien immer schwieriger zu motivieren.
Dabei kann sich das Spendenergebnis von 11.11.11 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sehen lassen. Vergangenes Jahr kamen hier 30.000 Euro zusammen, das war knapp ein Viertel der Gesamtsumme in der Provinz Lüttich. In diesem Jahr steuert die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft wieder 10.000 Euro bei. Denn auch die DG betreibt Entwicklungshilfe. Rund 165.000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. Diese Ausgabe ist trotz Sparmaßnahmen in der Regierung unumstritten, meint auch Sozialminister Antonios Antoniadis.
Doch damit sich in der Welt etwas bewegt, reichen Geld und Einzelprojekte alleine nicht, erklärt Nicole Seeck von 11.11.11.
Bild: CNCD