Ostbelgienfestival: Aktuelle Musik und Tanzperformance

Ein außergewöhnliches Konzert in einem außergewöhnlichen Rahmen. Das hatte das Ostbelgienfestival mit einem Abend der Erstaufführungen bei Orgelbau Schumacher in Eupen versprochen. Tatsächlich wurde der Konzert- und Performance-Abend zu einem einzigartigen Ereignis.

Christian Klinkenberg

Drei ostbelgische Komponisten an einem Konzertabend. Dies war eine Premiere in der Geschichte des Ostbelgienfestivals: Wolfgang Delnui, Paul Pankert und Christian Klinkenberg stellten in den Werkhallen von Orgelbau Schumacher neueste Kreationen vor, die das Publikum faszinierten. Mit dem Ensemble 88 aus Maastricht, dem Centre Henri Pousseur aus Lüttich und der Tanzcompagnie Irene K aus Eupen waren drei Ensemble der Euregio Garanten für einen spannenden Konzertabend.

„Tanz der Entschlossenen“ ist der Titel der Uraufführung von Wolfgang Delnui. Ein Stück voller Poesie. Es sind vor allem die leisen Töne, die den Komponisten faszinieren und dessen Werk bestimmen.

„Quasi Rondo“ ist der Titel der Komposition von Paul Pankert, der auch selber der Interpret ist. Sich wiederholende Teile und übereinander gelagerte beim Konzert erfolgte Aufzeichnungen bestimmen den Fortgang der Komposition. Eine besondere Herausforderung für den Violinisten. Bisher hat Pankert Quasi Rondo ausschließlich als Konzertwerk vorgetragen. Diesmal kam der Tanz hinzu, was für Publikum und Musiker einen Mehrwert darstellt.

Die umfangreichste Entdeckung des Abend war „The Belltower“ von Christian Klinkenberg. Die sieben Glocken des Aachener Doms waren Ausgangspunkt der gut halbstündigen Komposition. Klinkenberg hat die Glocken in ihrem Klang genauestens analysiert und auf Ensemble und Elektronik übertragen. Die Analyse der Klangspektren der Glocken finden in der Partitur ihren Niederschlag – Partituren, die auf Bildschirme übertragen werden. Genaue Zeitvorgaben treffen hier auf improvisatorische Momente.

Eines ist sicher: Mit diesem Abend ist es dem Ostbelgienfestival gelungen, dem Publikum aktuelle Musik näher zu bringen. Die drei Werke werden am 22. Oktober im renommierten Brüsseler Kulturzentrum Flagey eine weitere Aufführung erleben.

Bild: Christian Klinkenberg