„Domaine des Hautes Fagnes“ setzt auf Geschäftstourismus

Eine Zeit lang schien es, als käme es nicht mehr auf die Beine: das Hotel „Domaine des Hautes Fagnes“ in Ovifat. Mehrere Male wechselte es den Besitzer. Die neuen Inhaber starten jetzt eine Werbeaktion, die sich vor allem an Geschäftsleute richtet.

Das Vier-Sterne-Hotel "Domaine des Hautes Fagnes"

Das Vier-Sterne-Hotel "Domaine des Hautes Fagnes"

Schwere Zeiten liegen hinter dem Hotel „Domaine des Hautes Fagnes“. 2007 stand es vor dem Konkurs, vor vier Jahren übernahm dann eine Lütticher Investorengruppe das Vier-Sterne-Hotel. Die versucht jetzt einen Neuanfang und setzt dabei vor allem auf Geschäftsleute als Kunden.

In einem alten englischen Bus tuckert die Gesellschaft durch die Vennlandschaft. An einem Aussichtspunkt hält der Oldtimer an: von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Eifel. Ein besonderer Platz für Konferenzen, Tagungen und Workshops in der freien Natur. So haben sich die Betreiber des Hotels „Domaine des Hautes Fagnes“ das neue Angebot des Meeting-Busses gedacht. Ausgestattet mit Arbeitstischen, PC-Anschluss und Monitor richtet er sich vor allem an Geschäftsleute. Eine von vielen Ideen, mit denen die Hotelbetreiber neue Gäste anziehen wollen. Im November 2009 haben sie das Hotel in Ovifat gekauft. Seitdem habe es sich nur positiv entwickelt, erklärt Sylivo Petta, einer der Investoren:

„Als wir das Hotel gekauft haben, hatten wir fünf, sechs Angestellte. Mittlerweile arbeiten rund 40 Leute hier. Die Auslastung liegt bei 75 Prozent – anfangs waren es nur 15 bis 20 Prozent. Wir haben die beiden wichtigsten Pfeiler ausgebaut: Privataufenthalte und Geschäftsreisen. Man kann also sagen, das „Domaine des Hautes Fagnes“ kehrt wieder zu seinen alten goldenen Zeiten zurück.“

Sechs Millionen Euro haben die Betreiber in den vergangenen Jahren in das „Domaine des Hautes Fagnes“ investiert. So wurden unter anderem die 71 Zimmer renoviert, die Wellness-Abteilung mit Schwimmbad, Sauna und Hammam aufgefrischt sowie Restaurant und Tagungsräume erneuert. Das 4-Sterne-Hotel im Hohen Venn wirbt mit dem Slogan „Höchst gelegenes Hotel Belgiens“ und setzt auf grünen Tourismus – unter dem Motto „weniger Stress – mehr Natur“.

„Das war von Anfang an unsere Strategie“, so Petta. „Nach und nach setzen wir das um. Zum Beispiel gibt es zum Frühstück eine Bio-Ecke, die Köche kaufen regionale Produkte, und unsere Gäste sollen die Region auf eine andere Art und Weise entdecken, wie hier zum Beispiel in dem renovierten Oldtimer-Bus. Das Wichtige ist, dass sie das Hotel verlassen und in die Natur gehen. Man muss diese schöne Natur zeigen.“

Das Konzept scheint anzukommen. Bis Ende des Jahres sei das Hotel an den Wochenenden so gut wie ausgebucht. Die Privatkunden kommen überwiegend aus Flandern und den Niederlanden, bei internationalen Veranstaltungen wie dem Grand Prix von Francorchamps auch aus Frankreich und England. In der Woche kommen vor allem Geschäftsleute aus dem Brüsseler Raum und zunehmend auch aus Deutschland. Das „Domaine des Hautes Fagnes“ stellt sich dem Konkurrenzkampf.

„Der Wettbewerb ist sehr stark, und die Krise hat das Budget vieler Unternehmen geschwächt“, weiß Petta. „Darum versuchen wir, innovativ zu sein und etwas andere Angebote zu entwickeln. In Krisenzeiten muss man ausgetretene Pfade verlassen und den Kunden etwas Neues bieten. Wir haben die Kommunikation übers Internet sehr vorangetrieben. Auf „Facebook“ haben wir eine große Fan-Kampagne gestartet. Wir wollen, dass unsere Fans am Hotelleben teilnehmen. Wir fragen nach ihrer Meinung und tauschen uns mit ihnen aus.

Nach der Renovierung planen die Hotelbesitzer, das „Domaine des Hautes Fagnes“ zu vergrößern. 30 Zimmer sollen hinzu kommen und ein weiterer Konferenzsaal, denn die Zahl der Geschäftskunden steigt an.

„Leider mussten wir dieses Jahr viele Seminare ablehnen, weil wir auf 71 Zimmer begrenzt sind“, bedauert Sylvio Petta. „Das soll sich bald ändern. In Zukunft wollen wir uns auch dem Thema Gesundheit widmen. Zur Zeit erarbeiten wir ein Projekt mit einem Universitätsprofessor. Da soll sich in den nächsten Monaten was tun.“

Und was den Meeting-Bus betrifft, der kommt bereits nächste Woche zum Einsatz. Am 12. August hat eine Filmproduktion den Oldtimer für Dreharbeiten in Stoumont gemietet.

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