800 Jahre Eynatten: Buch zur Dorfgeschichte

Auf 300 Seiten werden die verschiedensten Facetten des Dorflebens beleuchtet - von A wie Adelsfamilien über T wie Tram bis hin zu Z wie Zoll. Etwa 800 Fotos haben die Autoren bislang gesammelt.

Postkarte "Gruß aus Eynatten"

Postkarte "Gruß aus Eynatten"

Es war im Jahr 1213, als Rutger, der Abt der Kirche zu Rode, zu Spenden für den Wiederaufbau der Nikolaus-Kapelle in Eupen aufrief. Zum Sachverwalter wurde ein gewisser Heldrich von Einatten benannt.

Es ist die erste urkundliche Erwähnung des Namens Eynatten, die das Dorf im kommenden Jahr feiert. Höhepunkt des Festprogramms ist ein Buch zur Dorfgeschichte.

Gerd Bergmanns ist Mitglied im Verkehrsverein Eynatten und einer der Autoren des Buches „800 Jahre Eynatten“. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er viele Stunden ehrenamtlich damit zugebracht, Geschichten aus der Heimat zusammenzutragen und im Buch aufleben zu lassen. Auf 300 Seiten werden die verschiedensten Facetten des Dorflebens beleuchtet – von A wie Adelsfamilien über T wie Tram bis hin zu Z wie Zoll.

Die Text-Arbeit ist so gut wie abgeschlossen, das Bildmaterial aber noch lückenhaft. Etwa 800 Fotos haben die Autoren bislang gesammelt – viele allerdings zu denselben Motiven oder Ereignissen. Was vor allem fehlt, sind Bilder aus den 1930er Jahren und Aufnahmen von Bau der Autobahn 1960.

Ein Dokument aus alten Tagen ist dagegen aufgetaucht, auf das ist Gerd Bergmanns besonders stolz: „Unsere Eltern haben immer von der Notkirche erzählt, aber keiner hatte ein Foto. Durch einen glücklichen Zufall haben wir erfahren, welches Ehepaar zu der Zeit dort geheiratet hat. Dabei sind auch Aufnahmen gemacht worden, auf denen nicht nur das Brautpaar, sondern auch die Ausstattung der Notkirche zu sehen sind.“

Für den althistorischen Teil der Geschichte Eynattens zeichnet in dem Buch Dr. Alfred Minke verantwortlich. „Ich glaube, dass Eynatten damals hauptsächlich aus einer Burg bestand, mit einer kleinen Kapelle und rund um die Burg einigen Holzhütten, in denen sich Leute niedergelassen haben, die Schutz suchten. Und die haben damit begonnen, die ‚Einöde‘ – denn der Name Eynatten bedeutet eigentlich Einöde, zu kultivieren.“

„Die Leute waren ausschließlich in der Landwirtschaft beschäftigt, es waren arme und zum Teil unfreie Bauern. Der Ort wurde bestimmt durch den Burgherrn, der den Leuten Schutz gewährte und die Leute als Gegenleistung für sich arbeiten ließ.“ Deutliche Überreste aus dieser Zeit um 1200 gibt es nicht mehr. Dennoch kann man heute noch Spuren erkennen.

„Von diesem Burgbering gibt es noch eine alte Stützmauer, die zumindest darauf hinweist, dass damals dieser Burgbering bestand“, erklärt Dr. Alfred Minke. „Von der Burg selbst  gibt es keine Überreste. Aber aus der Burg haben sich zwei Häuser entwickelt: das so genannte ‚große Haus‘ und das ‚kleine Haus‘. Die haben die Tradition der alten Burg Eynatten fortgesetzt, in Form eines herrschaftlichen Landsitzes mit Wassergraben.“

Das Buch „800 Jahre Eynatten – eine Dorfgeschichte“ wird zusammen mit einer Doppel-DVD herausgegeben. Darauf erzählen zehn Zeitzeugen von ihren Erinnerungen an die Kindheit und vor allem an die Kriegszeit. Beide Werke sollen zur Dorfkirmes im September erscheinen. Dann wird auch eine Ausstellung zum Thema eröffnet.


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