Christoph Brüll: Wieviel Geschichte braucht die Zukunft der DG?

Historiker treffen sich am 15. September im Staatsarchiv Eupen zu einer Tagung über Kontinuitäten nach den Staats- und Regimewechseln in Ostbelgien. Vortragende sind unter anderem Dr. Carlo Lejeune, Dr. Herbert Ruland, Peter M. Quadflieg - und Dr. Christoph Brüll, Studiogast im "Thema am Abend".

Der Eupener Historiker Christoph Brüll

Der Eupener Historiker Christoph Brüll

Seit rund zwei Jahrzehnten beschäftigt sich insbesondere die deutsche Geschichtswissenschaft mit den Kontinuitäten zwischen dem NS-Regime und der frühen Bundesrepublik. Für das Gebiet des früheren „Eupen-Malmedy“ gelten solche Fragestellungen nur begrenzt.

Zwar hat die jüngeren Forschung zur „Säuberung“ einige Hinweise geliefert, gar nicht in den Blick geraten sind hingegen Personen, die nach Beendigung ihrer Tätigkeit in „Eupen-Malmedy“ nach Deutschland geflüchtet bzw. zurückgekehrt sind.

Dabei ist insbesondere an die „Volkstums-Funktionäre“ und an Beamte und Lehrer zu denken, die vor und während des Kriegs in dem Gebiet tätig waren, aber auch an jene Personen, die sich der politischen Säuberung durch Übersiedlung nach Deutschland entzogen. Die Tagung soll Wege zur Erforschung dieser Sachverhalte aufzeigen, auf den verschiedensten gesellschaftlichen Gebieten.

Dazu treffen sich Historiker am Samstag, dem 15. September im Staatsarchiv zu einer Tagung. Organisiert wird das Kolloquium von Dr. Christoph Brüll (Neuere und Neueste Geschichte, FNRS-Universität Lüttich) und Peter M. Quadflieg (Wirtschafts- und Sozialgeschichte, RWTH Aachen). Die Durchführung wird unterstützt durch das Staatsarchiv Eupen und die Konejung-Stiftung „Kultur“. Vortragende sind unter anderem Dr. Carlo Lejeune, Dr. René Rohrkamp, Dr. Herbert Ruland, Peter M. Quadflieg und Dr. Christoph Brüll.

Mit dieser Tagung wollen die Veranstalter auch ein Forum schaffen, in dem regelmäßig (neue) offene Fragen an die ostbelgische Zeitgeschichte diskutiert werden können. Vor diesem Hintergrund findet am Freitag, den 14. September 2012 um 19 Uhr im Europasaal des Ministeriums eine Podiumsdiskussion statt. Verschiedene Fachleute, wie Dr. Klaus Pabst, Els Herrebout, Klaus-Dieter Klauser und Freddy Cremer werden dort unter dem Titel „Wieviel Geschichte braucht die Zukunft der DG?“ über die Zeitgeschichtschreibung in Ostbelgien diskutieren.

Am Samstag, den 15. September findet dann die eigentliche Tagung mit Spezialistenvorträgen im Staatsarchiv Eupen statt. Die Einschreibung ist kostenlos. Anmeldung bis zum 8. September 2012 bei Christoph Brüll oder beim Staatsarchiv Eupen (Tel. 087/554377).

Archivbild: BRF Fernsehen

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