Während die Zahl der Fahrraddiebstähle in Belgien insgesamt zurückging, nahm sie in Ostbelgien zu: In der Polizeizone Weser-Göhl stieg die Zahl der angezeigten Fälle von 15 auf 24. In der Eifel wurden zehn Diebstähle registriert, im Jahr zuvor waren es vier.
Die offiziellen Statistiken erfassen allerdings nur angezeigte Taten – die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen. Der wallonische Mountainbiker Adrien Hernaux hat deshalb die Webseite Belcycle.be ins Leben gerufen. Sie soll Menschen unterstützen, denen ein Fahrrad gestohlen wurde.
Bürgerbeteiligung statt nur auf die Polizei setzen
Teure Fahrräder würden für Diebe zunehmend attraktiv, sagt Hernaux. Gleichzeitig könne die Polizei nicht jedem einzelnen Diebstahl umfassend nachgehen. Seine Plattform setzt daher auf Mithilfe aus der Bevölkerung: Eine interaktive Karte zeigt, wo Fahrräder gestohlen werden – aufgeschlüsselt nach Provinzen und Polizeizonen.
Wer ein Rad vermisst, kann den Diebstahl kostenlos auf Belcycle melden. Möglich sind Angaben wie ein Foto, die Rahmennummer und der Ort des Diebstahls. Angemeldete Nutzer aus der jeweiligen Gemeinde erhalten anschließend eine E-Mail und können bei der Suche helfen.
Ergänzung zu offiziellen Angeboten
Mit der Plattform MyBike gibt es bereits ein offizielles staatliches Angebot zur Registrierung von Fahrrädern und zur Kennzeichnung mit einem QR-Code-Aufkleber. Hernaux sieht dennoch Bedarf für eine zusätzliche Plattform: Fotos fehlten bei offiziellen Meldungen häufig, und Aufkleber könnten von Dieben entfernt werden.
Belcycle ist seit dem 14. Oktober online und auch auf Deutsch verfügbar. Laut Hernaux haben sich bereits fast 530 Nutzer angemeldet. Täglich besuchen zwischen 1.500 und 2.000 Menschen die Seite. Er hofft, dass sich künftig noch mehr Radfahrer beteiligen.
Manuel Zimmermann