Jeder von uns macht seine monatliche Strom-Vorauszahlung. Eine Summe steht auf der Rechnung, aber wie sie sich zusammensetzt, das wissen vermutlich nur die wenigsten. Dabei ist das gar nicht mal so unwichtig. Denn, je nachdem welche Tarife gewählt wurden, zahlen Verbraucher mehr oder weniger für Strom.
"Zum größten Teil setzt sich der Strompreis aus dem Preis des Stromherstellers zusammen, also dort, wo man seinen Stromvertrag abgeschlossen hat. Dann gibt es einen weiteren Teil, das sind Steuern und Abgaben. Und dann gibt es den sogenannten Tarif für den Transport des Stromes und auch für die Verteilung des Stroms", erklärt Benno Dunkmann.
Letzterer ist der Verteilertarif. Da geht es um den Anteil, den der Kunde an den Netzbetreiber Ores zahlt. Ores finanziert damit den Netzausbau.
"Ores muss sich finanzieren. Erstmal um den Betrieb zu gewährleisten, aber auch um die Investition zu tätigen. Ores investiert sehr viel. Man sieht überall Baustellen und man hört davon. Und diese Investitionen, die werden über diese Einnahmen abgedeckt", sagt Dunkmann.

Und obwohl der Aufwand für den Ausbau in den letzten Jahren gestiegen sei, versichert Dunkmann: Die Entwicklung der Verteilertarife sei moderat. Ende 2025 wurden Verbraucher dann von Ores kontaktiert mit dem Hinweis: Ab 2026 gebe es neue Verteilertarife. Zum Vorteil für den Verbraucher.
Dunkmann erklärt eine große Änderung im Detail: "Erstmal hat sich der sogenannte Tag-Nacht-Strom-Tarif geändert. Nämlich dahin, dass jetzt auf die Wochenstunden gerechnet mehr Stunden im Niedrig-Tarif verfügbar sind. Das ist schon mal eine gute Nachricht. Und nicht nur während der Nacht zählt der Niedrig-Tarif, sondern auch jetzt tagsüber. Und zwar in den Sonnenstunden. Also von 11 bis 17 Uhr. Und das macht ja Sinn, weil wir haben immer mehr Photovoltaik auf den Dächern. Und da wird viel Strom produziert. Deswegen macht es auch Sinn, dass dann zu diesen Zeiten der Strom günstiger wird."
Aber das ist nicht der einzige Verteilertarif, der Verbrauchern zur Verfügung steht. Insgesamt schlägt Ores drei verschiedene Tarife vor. Neben Doppel- und Einfachtarif gibt es auch den Impact-Tarif. Für einen dieser Tarife muss sich der Kunde aktiv entscheiden und das beste Angebot für seinen Verbrauch wählen. "Wenn man das nicht mitbekommen haben sollte, dass sich das geändert hat, dann hat man einfach den Tarif behalten, den man vorher hatte. Also wenn man im Einfachtarif war, dann behält man den Einfachtarif. Wenn man im Doppeltarif war, hat man den Doppeltarif mit den neuen Zeiten bekommen", sagt Dunkmann.
Drei verschiedene Tarife, abwägen welcher der beste ist – Benno Dunkmann ist sich bewusst, dass sich das alles sehr kompliziert anhört. "Das bekommen wir natürlich auch oft als Feedback. Die Sache wird im Grunde genommen noch komplizierter. Es wird ein bisschen komplexer, weil es sind nicht mehr nur zwei Tarife, sondern drei. Das ist nicht so einfach und das ist auch richtig, das können wir nachvollziehen. Aber es ist notwendig, um quasi dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, Geld zu sparen."
Geld sparen: Das hört jeder Verbraucher gerne. Alleine durch den passenden Verteilertarif ließe sich eine "anständige Summe" Geld pro Jahr sparen, so Dunkmann.
Damit Verbraucher bestmöglich von diesen unterschiedlichen Tarifen profitieren, informiert Ores am 9. Dezember in einem Webinar über die verschiedenen Optionen. "Damit man sich in diesem Dschungel zurecht findet."
Lena Orban