Die Euregio Maas-Rhein wurde in den 1970er Jahren gegründet. Die damalige niederländische Prinzessin Beatrix hatte bei einem Besuch in Maastricht 1974 den ersten Impuls für den Zusammenschluss gegeben. Zwei Jahre später wurde die Arbeitsgemeinschaft zwischen den belgischen Provinzen Lüttich und Limburg, sowie der niederländischen Provinz Limburg und dem Region Aachen-Zweckverband dann offiziell gegründet. Die Deutschsprachige Gemeinschaft trat 1992 bei. Seit 2007 befindet sich der Hauptsitz des Verbunds in Eupen.
Die Euregio Maas-Rhein erstreckt sich über ein Gebiet, das rund 11.000 Quadratkilometer groß ist und fast vier Millionen Einwohner hat. Das übergeordnete Ziel: Die Landes- und Sprachengrenzen sollen im Alltag möglichst wenig spürbar sein. Dafür bringt die Euregio Maas-Rhein Organisationen, Behörden und weitere Akteure aus den drei Ländern zusammen. Sie stößt gemeinsame Projekte an, begleitet grenzüberschreitende Kooperationen und verwaltet eigene Förderprogramme, die teilweise mit EU-Mitteln finanziert werden. Und das in zahlreichen Themenbereichen.
Im Hinblick auf die Wirtschaft unterstützt die Euregio Maas-Rhein Schülerinnen und Schüler zum Beispiel bei der grenzenlosen Berufsorientierung. Durch das Projekt Connect'ED können sie mithilfe von virtueller Realität und Escape Rooms in verschiedene Berufe eintauchen.
Auch im öffentlichen Nahverkehr setzt sich die Euregio für mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit ein. Ein wichtiges Vorhaben ist dabei das sogenannte harmonisierte eTicketing. Die Idee dahinter: Fahrgäste sollen künftig mit ihrer gewohnten ÖPNV-App auch Fahrten ins Nachbarland buchen können. Landesgrenzen sollen dabei möglichst keine Rolle mehr spielen. Zwischen Deutschland und den Niederlanden wird das Konzept derzeit getestet. Belgien soll schnellstmöglich folgen.
Eine wichtige Rolle spielt die Euregio auch im Bereich der Sicherheit. Sie ist Partner des Emric-Netzwerks, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Rettungsdiensten organisiert und unterstützt. Dass diese Zusammenarbeit im Ernstfall entscheidend sein kann, hat zuletzt auch der Kampf gegen den Vennbrand gezeigt, bei dem auch zahlreiche Helfer aus den Nachbarländern im Einsatz waren.
Lindsay Ahn