Insgesamt elf Klassen von der SGO und dem ZFP machen bei dem Projekt am Eupener Stadtpark mit - so auch die "Füchse" aus dem SGO-Kindergarten. Bevor sie am Freitagmorgen aber selbst zu Schaufel und Handschuhen greifen durften, hieß es erst einmal: gut aufpassen! Denn die Umweltberaterin der Stadt Eupen, Alexandra Hilgers, hatte Erklärungen zum Kreislauf der Tier- und Pflanzenwelt mitgebracht.
"Die Kinder lernen hier zum Beispiel die Abhängigkeit zwischen den verschiedenen Lebewesen auf der Welt, also zwischen den Tieren, den bestäubenden Insekten, den Pflanzen, aber auch uns Menschen. Wir sind natürlich auch stark abhängig von diesem Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren", so Hilgers. "Ich bin aber vor allem davon begeistert, was die Kinder schon alles wissen! Vieles brauche ich ihnen schon gar nicht mehr zu erzählen. Das sind schon richtige Experten in Sachen Bienen und Naturschutz."
Das stellte auch die fünfjährige Belma gleich unter Beweis. "Blumen sind wichtig für die Bienen und die Bienen sind wichtig für uns, weil sie den Honig für uns machen", so das Kindergartenkind.
Schon 2025 hat die Stadt Eupen mit der Unterstützung verschiedener Schulen 12.000 Blumenzwiebeln am Park Klinkeshöfchen und an der Grundschule Kettenis gepflanzt. Damals fand die Aktion im Rahmen der Woche des Baumes statt. Im Stadtpark folgen nun weitere 6.000 Elfen-Krokuszwiebeln. Angestoßen wurde das Projekt durch Bürgerbeteiligung.
"Ich fand, dass es in Eupen hier sehr viele Rasenflächen gibt, die man optisch und auch ökologisch aufwerten könnte und zwar durch Frühjahrsblüher wie zum Beispiel Krokusse oder Schneeglöckchen", erklärt der Initiator des Projekts, der Bürger Paul Petitfrère. "Es geht auch darum, den Bestäubern, also beispielsweise den Bienen, ganz früh im Frühjahr Nahrungsquellen zu bieten. Das habe ich dann der Stadt Eupen vorgeschlagen und die ist dann darauf eingegangen."
Für die Kindergartenkinder haben Petitfrère, die Eupener Umweltschöffin Caroline Völl und Alexandra Hilgers die Pflanzflächen zunächst vorbereitet und die Beete ausgehoben. Die älteren Schülerinnen und Schüler übernehmen diese Arbeit bei der Aktion selbst.
Die erste Aufgabe für die Kindergartenkinder war es dann, die Erde mit ihren Schaufeln aufzulockern. Dabei trafen die Kinder auch einige Würmer an. "Es hat besonders viel Spaß gemacht, die Würmer zu finden. Ich habe zwei gesehen", erklärt der fünfjährige Lewis.
Auch für Caroline Völl ist die Pflanzaktion mehr als nur gemeinsames Gärtnern. "Das ist eine Art Entdeckungsreise. Wir haben diverse Münzen gefunden und auch Müll. Wir lernen dann auch, den Müll zu entsorgen. Es sind ganz viele Würmer im Boden, das ist dann auch noch mal reichhaltig für die Kinder. Das ist etwas, mit dem die Kinder nicht immer unbedingt in Kontakt kommen. Das Interesse ist rege, die Kinder machen gerne mit und für uns ist das auch eine Win-win-Situation, weil wir diese Teilhabe haben."
Dass im Stadtpark bald der Elfen-Krokus blühen soll, war eine bewusste Entscheidung. Denn die Pflanzen sollen auch in den kommenden Jahren als Pollenquelle für Bestäuber und Farbtupfer im Stadtpark dienen.
"Wichtig bei den Frühjahrsblütern ist, sie so lange stehen zu lassen und nicht abzumähen, bis sie wirklich gelb sind und verwelkt sind, damit die gesamte Energie zurück in die Zwiebel kann, damit sie im nächsten Jahr auch wiederkommen", sagt Alexandra Hilgers. "Es war uns also wichtig, eine Pflanze zu finden, die möglichst früh im Jahr diesen Zyklus abgeschlossen hat, damit wir danach auch mähen können und fertig sind mit allem vor dem Musikmarathon. Der hat hier ja auch einen zentralen Punkt im Stadtpark."
In ihrem letzten Arbeitsschritt durften die Kinder dann noch gewissermaßen puzzeln. Ziel war es, die einzelnen Teile der zuvor entfernten Grasnarbe wieder behutsam über den Zwiebeln zusammenzufügen. Auch das schafften die "Füchse" schnell - nun dürfen sie gespannt sein, wie das Blumenmeer im Frühjahr aussehen wird. Bereits jetzt ist klar: Auch im nächsten Jahr soll die Pflanzaktion in Eupen wieder stattfinden. Dann werden voraussichtlich Flächen in der Eupener Unterstadt bepflanzt.
Lindsay Ahn

