Das bestehende Nahwärmenetz in St. Vith soll erweitert werden. Der Stadtrat gab nun die Planungsstudie in Auftrag.
Seit Oktober 2010 werden fünf öffentliche Gebäude in St. Vith über ein Nahwärmenetz mittels einer Holzhackschnitzelanlage und eines Ölofens beheizt: das Sport- und Freizeitzentrum (SFZ), das Rathaus, die Gemeindeschule sowie die Grundschule und die Sekundarschule des Königlichen Athenäums.
Nun schlagen die Stadtwerke vor, dieses Nahwärmenetz auf die Tennishalle, die Jugendherberge und die noch zu bauende Turnhalle (mit Probelokal für den Musikverein) zu erweitern. Diese Gebäude liegen alle im Bereich des Entenbaches entlang der Rodter Straße.
Die Studie dazu wird als Pilotprojekt zur Umsetzung des integrierten Energie- und Klimaplans vollständig von der Deutschsprachigen Gemeinschaft finanziert. Laut Schöffin Gaby Schröder lässt die Stadt auch prüfen, ob das Nahwärmenetz zusätzlich durch Solarthermie verstärkt werden könnte.
Eigene Konzession für E-Ladesäulen
Bei einem anderen Punkt zeichnete Gaby Schröder nach eigenen Worten auch "eine lange Geschichte für eine nicht allzu große Sache" nach. Es ging um die seit längerem geplante Installation von Ladesäulen für Elektroautos. Behörden wie die DG, die Provinz Lüttich und die Wallonische Region hätten teils ambitionierte Projekte mit der Zeit auch wieder fallengelassen. Es hätten sich aber auch kleinere Akteure beworben.
Letztlich habe sich das St. Vither Gemeindekollegium für eine eigene Konzession der Stadt entschieden. Das habe den Vorteil, dass sie sich nicht nur "den besten Bewerber" aussuchen könne, so Schröder. Es eröffne auch die Möglichkeit, für jede Ladesäule (mit je zwei Parkflächen) 500 Euro Miete zu erheben. Das wäre etwa bei einem großen Projekt der SPI mit dem Energiekonzern Engie nicht möglich gewesen.
Marcel Goffinet, der das Vorhaben als Schöffe in der vergangenen Legislaturperiode begleitet hatte, bedauerte seinerseits, dass die Stadt sich nicht am Projekt der SPI beteilige. Er begrüße aber, dass sich jetzte etwas tue. Fraglich bleibe für ihn, ob der Markt die genannte Miete hergebe.
Laut Gaby Schröder könnten Ladesäulen an folgenden Standorten installiert werden: am SFZ, auf dem Kirchplatz, Zur Burg und am Triangel, am Viehmarkt sowie in Recht am Kuhnenbrunnen. Noch nicht vollständig geklärt seien die Nutzungsrechte an möglichen Standorten in Schönberg, Emmels und Lommersweiler. Das stehe aber unmittelbar auf dem Plan, sagte Gaby Schröder, die offen zugab, dass dieses Projekt sie "Nerven gekostet" habe.
Stephan Pesch