Die Unwetter "Austen" und "Boelo" haben die Einsatzkräfte der Hilfeleistungszone DG am Wochenende vom 24. Oktober stark gefordert. Häufig mussten umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste beseitigt werden. Feuerwehr-Zonenkommandant Francis Cloth warnte zudem: Wegen der Sommertrockenheit könnten Baumunfälle künftig zunehmen.
Baumexpertin Nadia Reinartz vom Umweltdienst der Stadt Eupen rät Gartenbesitzern deshalb, ihre Bäume nun genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht jeder geschädigte Baum müsse jedoch gefällt werden.

Auch gesunde Bäume können bei hohen Windgeschwindigkeiten umstürzen oder brechen. Besonders gefährdet sind laut Reinartz aber Bäume, die bereits geschwächt sind, etwa durch Pilzbefall, Risse, Fäulen oder Krankheiten. "Diese sind natürlich prädestiniert, dass die umstürzen können", erklärt Reinartz.
Auf diese Warnzeichen achten
Gartenbesitzer sollten den Baum vom Stammfuß bis in die Krone kontrollieren. Auffällig sind vor allem Pilze am Stamm, viele Totäste, Risse oder andere Schäden.
Wichtig: Sichtbare Pilze sollten stehen bleiben. Sie sind ein wichtiges Indiz dafür, welche Art von Pilzbefall vorliegt und wie hoch das Risiko eines Baumsturzes ist.
"Wenn man ein ungutes Gefühl hat, sollte man einen Experten zurate ziehen", empfiehlt Reinartz. Bei Unsicherheit könne auch ein Gärtner oder eine baumkundliche Fachperson den Baum beurteilen.
Stadt prüft Fällanträge vor Ort
Die Stadt Eupen kontrolliert nicht pauschal alle Bäume in privaten Gärten. Sie wird jedoch aktiv, wenn ein Fällantrag gestellt wird: Dann wird der Baum vor Ort begutachtet und entschieden, ob eine Fällung gerechtfertigt ist.
"Wir möchten ja so viele Bäume wie möglich erhalten und nur bei einer möglichen Gefahr greifen wir ein", betont Reinartz. Nicht jeder Baum mit Fäule müsse sofort gefällt werden; entscheidend sei die Schwere des Schadens.
Klimaresistente Bäume für die Zukunft
Mit Blick auf Dürre und Stürme setzt die Stadt Eupen künftig verstärkt auf resiliente, sogenannte Klimabaumarten. Sie sollen sowohl Trockenheit als auch Feuchtigkeit besser vertragen.
Gleichzeitig bleibt der große Altbestand eine Herausforderung. "Wir haben einen immens großen Altbestand. Und den müssen wir auch klar im Griff haben. Und da braucht es auch Pflege." Neben regelmäßigen Kontrollen auf Totholz und Fäule achtet die Stadt auf ausreichend große Baumscheiben und darauf, Wurzeln bei Bauarbeiten nicht zu verletzen.
Radio-Interview mit Nadia Reinartz im Player:
Manuel Zimmermann