Kinderfotos in sozialen Medien erfordern besondere Aufmerksamkeit. Im Workshop zur externen Kommunikation zeigt Ausbilderin Annika Groteclaes den Teilnehmern anhand verschiedener Instagram-Beiträge, worauf Jugendleiter beim Veröffentlichen von Inhalten achten sollten. "Für den Workshop haben wir unterschiedliche Beiträge erstellt. So können wir zeigen, was geht und was nicht. Hier haben wir z. B. ein Bild mit vielen Schnapsflaschen. Klare Sache: Das hat auf dem Instagram-Kanal einer Jugendgruppe nichts zu suchen", erklärt Groteclaes.
Schließlich helfen soziale Medien den Jugendgruppen dabei, sich nach außen zu präsentieren, Interesse zu wecken und neue Mitglieder zu gewinnen. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen besonders beim Umgang mit Fotos von Kindern vorsichtig sein. Denn auch eine Einverständniserklärung der Eltern ist kein Freifahrtschein.
Das weiß auch Joline Schmitz von der KLJ Berg. "Es ist wichtig, dass wir keine Bilder ins Netz stellen, auf denen die Kinder freizügig zu sehen sind. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass wir es respektieren, wenn die Kinder nicht fotografiert werden wollen", betont sie.
Kommunikation von Angesicht zu Angesicht
Im zweiten Workshop geht es ebenfalls um Kommunikation – diesmal jedoch nicht über soziale Medien, sondern im direkten Kontakt. Wie verhalten sich Jugendleiter gegenüber Kindern, Eltern und anderen Leitern? Und wie reagieren sie, wenn eine Situation plötzlich schwierig wird?
Bei einer Übung wird es für Teilnehmerin Cléo unerwartet ernst. Ausbilderin Michelle schlüpft unangekündigt in eine Rolle, die Cléo zunächst vor eine Herausforderung stellt. Erst danach wird die Situation aufgelöst. "Das kam aus dem Nichts. Das war eine stressige Situation für mich. Ich wusste auch nicht, was ich mit mir anfangen soll", erzählt Cléo.
Solche Übungen sollen den angehenden Jugendleitern helfen, Situationen selbst zu erleben und daraus zu lernen. Denn wenn viele aufgedrehte Kinder zusammenkommen, kann eine Situation schnell außer Kontrolle geraten. Umso wichtiger ist es, die eigene Wut und den Frust nicht unkontrolliert an einem Kind auszulassen.
Auch Teilnehmer Phil Rentmeister von der KLJ Berg kennt solche Herausforderungen: "Kommunikation ist wichtig, ein ganz wichtiges Thema. Ich selbst habe schon Erfahrungen gemacht, bei denen es eskaliert ist. Es geht auch darum, seine Fehler zu sehen und diese zu verbessern."
Respekt und Empathie als Grundlage
Respektvolle Kommunikation, Verständnis und Empathie ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Workshops. Auch die gewaltfreie Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle.
Für Lara Bongartz, Koordinatorin beim RDJ und selbst als Ausbilderin tätig, sind diese Werte nicht nur für die Jugendarbeit entscheidend. "Das ist ganz einfach für unsere Gesellschaft super wichtig. Wenn man ein gutes Vorbild für seine Kinder ist, dann überträgt sich das auf die Gesellschaft weiter. Es ist natürlich super wichtig, dass wir ein friedliches Miteinander pflegen und dass die Leiter diese Werte an ihre Kinder weitergeben", erklärt sie.
Verantwortung übernehmen und gemeinsam wachsen
Im letzten Workshop steht die moralische Verantwortung im Mittelpunkt. Mithilfe eines Rollenspiels versetzen sich die Teilnehmer in die unterschiedlichen Perspektiven von Leitern, Kindern und Eltern. Sie sollen lernen, Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und die Bedürfnisse anderer besser zu verstehen.

Rachel Counson ist seit einem Jahr Koordinatorin beim RDJ und hat viel Zeit und Arbeit in die diesjährige Leiterausbildung investiert. Sie erklärt, warum die Vorbereitung der zukünftigen Jugendleiter so wichtig ist: "Weil wir den Jugendlichen, die später die Kinder betreuen werden, gewisse Werkzeuge mit an die Hand geben wollen bzw. müssen. Deswegen ist die Ausbildung in einem geschützten Rahmen, mit verschiedenen Einheiten aus dem Norden und Süden, Gold wert. So können wir ganz einfach zusammen lernen und wachsen."
Ein wichtiger Beitrag für Ostbelgien
Am Samstagabend kommt in Burg-Reuland noch einmal die Sonne heraus. Die Teilnehmer versammeln sich für ein gemeinsames Gruppenfoto. 45 angehende Jugendleiter lachen in die Kamera – Jugendliche, die künftig Verantwortung übernehmen und einen wichtigen Beitrag zur ehrenamtlichen Jugendarbeit und zum gesellschaftlichen Zusammenleben in Ostbelgien leisten werden.
Dogan Malicki






