"Der Patient fühlt sich anfangs noch sehr gut und denkt, keinen Schaden erlitten zu haben. Aber das kann sich innerhalb kürzester Zeit ändern", sagt Dr. Stefan Ivic, ärztlicher Dienstleiter der Notaufnahme und des Notarztteams am Eupener St. Nikolaus-Hospital. Es könne zu Schwellungen im Rachen und an den Bronchialschleimhäuten kommen - bis hin zu akuter Luftnot und einer lebensbedrohlichen Situation.
In der Notaufnahme zählt jede Sekunde
Eine Rauchvergiftung ist von außen oft nicht zu erkennen. Deshalb wird bei Verdacht in der Notaufnahme sofort der Zustand des Patienten überwacht. Gemessen werden unter anderem EKG, Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung. Betroffene erhalten hochkonzentrierten Sauerstoff, außerdem untersuchen die Ärzte das Blut auf wichtige Werte.
Je nach Schweregrad kann eine künstliche Beatmung nötig sein - mitunter auch dann, wenn die betroffene Person zunächst noch selbst atmen kann. Ziel sei es, lebensbedrohliche Situationen zu behandeln und mögliche Komplikationen möglichst gering zu halten.
Mögliche Folgen reichen über die Lunge hinaus
Leichte und mittelschwere Rauchgasinhalationen können folgenlos ausheilen. Bei schweren Verläufen kann jedoch eine intensive Behandlung mit maschineller Beatmung und anschließender Nachsorge erforderlich sein.
Mögliche Spätfolgen betreffen nicht nur die Atemwege. Dr. Ivic nennt etwa eine eingeschränkte Lungenfunktion und Belastbarkeit. Eine Kohlenmonoxidvergiftung könne zudem zeitnah oder verzögert neurologische Beschwerden auslösen, darunter Gedächtnis-, Konzentrations- und Bewegungsstörungen.
Rauch- und CO-Melder können Leben retten
Eine Rauchvergiftung ist kein harmloser Husten nach einem Brand, sondern ein schwerer innerer Unfall. Rauch- und Kohlenmonoxidmelder können helfen, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung sollte sofort der Notruf gewählt werden.
Manuel Zimmermann





