Seit fast fünf Jahrzehnten engagiert sich Martha Kerst ehrenamtlich im Weltladen Eupen. 1978 wurde der Laden gegründet – damals mit nur wenigen Produkten. Heute ist die Auswahl deutlich größer. "Man hat angefangen mit einigen Produkten. Heute haben wir eine sehr große Vielfalt."
"In der Regel arbeiten wir mit Kooperativen, Bauern oder Handwerksbetrieben. Sie schließen dann Verträge mit den Menschen, die den Fairen Handel kontrollieren. Man kann ja nicht einfach so sagen, dass man im Fairen Handel verkaufen möchte. Da sind natürlich Bedingungen dran geknüpft."
Genau diese Vielfalt soll auch bei der diesjährigen Fairen Woche sichtbar werden. Höhepunkt in Ostbelgien ist die offizielle Auftaktveranstaltung am Donnerstag im Animationszentrum Ephata in Eupen. Dort wird Sozialministerin Lydia Klinkenberg die Faire Woche in Ostbelgien offiziell eröffnen.
Im Mittelpunkt steht dabei das Jahresprojekt der Weltläden: ein Bildungsprojekt auf den Philippinen, das Kinder aus benachteiligten Familien beim Lernen unterstützt. "Da gibt es jetzt eine Zusammenarbeit zwischen Eupen und den Philippinen. Da werden ganz tolle Dinge gezeigt. Ich möchte nicht zu viel verraten", so Kerst.
"Darüber hinaus hat eine Kunstklasse des RSI mitgemacht und wirklich sehr über das Thema des Fairen Handels nachgedacht. Auch sie werden uns das Projekt am Donnerstag vorstellen."

Und auch über den Auftakt hinaus soll die Faire Woche zum Nachdenken anregen. Schülergruppen besuchen in den kommenden Tagen die Weltläden und setzen sich mit den Hintergründen des fairen Handels auseinander. "Weil wir ganz einfach immer wieder erinnern müssen. Es ist nicht selbstverständlich, in die Weltläden zu gehen. Es ist einfach wichtig, den Leuten das immer wieder zu sagen, aber auch immer wieder Hintergründe zu liefern", sagt Martha Kerst.
Denn fairer Handel bedeutet längst mehr als Kaffee und Schokolade. Auch Kleidung, Kosmetik und viele weitere Produkte gehören inzwischen dazu. Die Faire Woche will deshalb auch in Ostbelgien zeigen, was hinter den Produkten steckt – und warum bewusster Konsum einen Unterschied machen kann.
Dogan Malicki