Am Freitag, dem 25. September, stürzte die Ultraleichtmaschine gegen 19 Uhr zwischen Bütgenbach-Berg und der rechten Seite von Worriken über dem Bütgenbacher See ab. Die beiden Insassen - der 71-jährige Pilot und die 20-jährige Passagierin - konnten sich retten. Weil das Flugzeug direkt sank, konnte es nicht sofort geborgen werden. Das ist nun passiert. Verantwortlich für die Mission waren Taucher des Zivilischutz aus Crisnée und Brasschaat, sowie eine Einheit der föderalen Schifffahrtspolizei aus Zeebrugge.
"Die Bedingungen sind recht gut. Die Wassertemperatur ist angenehm, die Sichtbarkeit korrekt - also gut genug, um sicher zu arbeiten. Es gibt keine Strömung und keine Gefahren in der Umwelt, also können wir gut arbeiten", erklärt Nestor Clignet, ein Taucher des Divers Research Team vom Zivilschutz.
Kurz nach Einsatzbeginn gegen 11 Uhr gab es eine erste gute Nachricht. Das technische Supportteam der Föderalen Polizei aus Zeebrugge konnte das Wrack wenige Minuten nach Einsatzbeginn mithilfe eines Sonargeräts lokalisieren. "Direkt, als wir die Bilder gemacht haben, war klar, dass da ein kleines Flugzeug im Wasser liegt. Unsere Infos machen es den Tauchern einfacher zu arbeiten", erklärt Peter Lierman vom Technical Support Team der Schifffahrtspolizei Zeebrugge.
Das Wrack lag kurz vor dem Ufer auf Berger Seite, rund sechs Meter tief. Trotz guter Bedingungen unter Wasser gab es einige Herausforderungen für die Einsatzkräfte. "Im Flugzeug gibt es ein ballistisches System. Das ist eine Rakete, die einen Fallschirm abschießt. Das System ist noch aktiv. Unter diesen Umständen sind einige Zonen am Wrack für die Taucher tabu. Das wurde ihnen beim Briefing mitgeteilt. Das ist die Schwierigkeit, mit der wir umgehen müssen", sagt Einsatzleiter Werner Stercks vom Divers Research Team des Zivilschutz.
Der erste Tauchgang bestätigte die Befürchtung, dass das Wrack zerbrach und nur noch von einigen Kabeln zusammengehalten wurde. Deshalb mussten die Taucher zuerst unter Wasser die Wrackteile sichern, so dass Motorblock und Hinterteil wieder fest verbunden waren und der Rettungsfallschirm nicht mehr auslösen konnte. Um das Wrack zu heben, wurden Luftbehälter - sogenannte Unterwasserfallschirme - am Wrack befestigt. Um kurz vor 15 Uhr stieg das Wrack dann an die Oberfläche.
"Wir sind zufrieden. Wir konnten das Wrack sicher ans Ufer bringen. Das war für uns wichtig", freut sich der Einsatzleiter. Und sein Taucherkollege ergänzt: "Das ist eine Premiere. Wir mussten noch nie das Wrack eines Flugzeugs aus dem Wasser holen. Dementsprechend gab es viele Unbekannte. Wir mussten uns vorab sehr gründlich über Dinge informieren, die bei diesem Flugzeugtyp ein Risiko darstellen. Damit und mit unserer Erfahrung konnten wir dann gemeinsam einen effizienten Plan erstellen, um das Wrack sicher zu heben und ans Ufer zu bringen."
Die Wrackteile übernimmt jetzt das Luftfahramt. Dessen Flugunfalluntersuchungsstelle (AAIU) ermittelt zum Unfallhergang und erhofft sich weitere Hinweise aus den Wrackteilen.
Nach Abschluss der Bergung sind die Wasseranalysen vom See laut Verantwortlichen weiterhin unbedenklich. Auch der Rest Treibstoff, der bei der Bergung aus der Treibstoffleitung des Wracks ausgetreten ist, wird sich demnach verwässern und keinen Einfluss auf die Wasserqualität haben.
Anne Kelleter












































