Wer künftig die Gaststätte Bergscheider Hof betreibt, soll dafür monatlich eine Konzession von 450 Euro zahlen. Hinzu kommen weitere 400 Euro Miete für die Wohnung, die zur Gaststätte gehört. Weil man nur durch die Wirtschaft in die Wohnung gelangt, könne man beides nicht getrennt voneinander vergeben, erklärte Bürgermeister Mario Pitz. Der Vertrag sieht auch vor, dass ein Konzessionär an mindestens fünf Tagen pro Woche zwischen 19 und 22 Uhr öffnen muss.
Frederik Wertz von Mit Uns kritisiert diese Auflage. Man könne einem Selbstständigen nicht rechtsverbindlich vorschreiben, wann und wie oft er zu öffnen habe. Außerdem sei schwer ersichtlich, warum die Betreiber von anderen gemeindeeigenen Gaststätten wie Haus Zahlepohl oder Bahnhofscafé andere Konzessionsbeträge zahlen müssten.
Martin Peters von der Opposition SPplus hält die ungleiche Behandlung für gerechtfertigt. Der Bergscheider Hof sei schwieriger zu betreiben, weil die Laufkundschaft fehle. Die Ratsmehrheit setzt darauf, dass ein neuer Pächter verstärkt durch beispielsweise Hochzeiten oder Trauerfeiern neue Einnahmen generiert.
Der Bergscheider Hof scheint jedenfalls ein schwieriges Pflaster für Wirte zu sein. Die letzten beiden Betreiber mussten jeweils nach kurzer Zeit aufgeben. Daher soll der neue Vertrag zwar vier Jahre laufen, aber jährlich kündbar sein. Jetzt gilt es, einen Pächter zu finden, der sich an den Bergscheider Hof heranwagt.
Überwachungskameras
Die Gemeinde Raeren investiert in neue Überwachungskameras. Damit will sie Vandalismus vorbeugen. So sind zusätzliche Kameras am Bahnhofscafé geplant. Sie sollen das eigentliche Café ins Bild nehmen. Bisher wurde vor allem der Eisenbahnwaggon des Cafés überwacht. An der Schule Driesch soll die gesamte Videoüberwachung erneuert werden. Dazu sind insgesamt zwölf neue Kameras auf dem gesamten Schulgelände vorgesehen. Hier kam es in letzter Zeit verstärkt zu Vandalismusvorfällen.
Raerener Kirmes
Die Mit-Uns-Fraktion sorgt sich um die Raerener Kirmes. Besonders für die 13- bis 16-Jährigen gebe es kein passendes Angebot mehr. Die Kirmes werde immer weniger attraktiv, bedauerte Nicole Potiuk. Schöffin Naomi Renardy erklärte, dass Fahrgeschäfte nur ein Teil der Kirmes seien. Hinzu komme ein Rahmenprogramm, das von vielen Ehrenamtlichen erstellt und getragen werde. Ideen, wie man die Kirmes aufwerten kann, müssten mit dem Kirmeskomitee besprochen werden. Renardy erinnerte auch daran, dass Schausteller private Betriebe sind und eigenständig entscheiden, auf welcher Kirmes sie ihr Fahrgeschäft oder ihre Bude aufstellen.
Batopin
Der Raerener Gemeinderat fordert eine bessere Versorgung mit Geldautomaten für den ländlichen Raum. Schon in der Vergangenheit hatte der Rat über den Automaten im Ortsteil Raeren diskutiert. Er sei nicht sicher und zugänglich genug und gebe nur 20er- und 50er-Noten aus, waren die Kritikpunkte. In einer neuen Stellungnahme drängt der Rat jetzt darauf, dass der Betreiber Batopin in jeder Ortschaft auch einen Automaten aufstellt, bei dem Kunden Geld einzahlen können. Laut Mit-Uns gibt es dazu bisher keine Verpflichtung für Batopin.
Olivier Krickel