Die Ortschaften Lascheid, Richtenberg und Weweler der Gemeinde Burg-Reuland beziehen ab Dienstag ihr Trinkwasser aus Deutschland. Grund dafür sind die weiterhin sinkenden Wasserstände. Die Bürger sollen deshalb verantwortungsbewusst und sparsam mit ihrem Trinkwasser umgehen.
Bürgermeister Alain Stellmann betont, dass aktuell keine Wasserknappheit bestehe. "Aber wir haben die Verantwortung, eine Wasserknappheit erst gar nicht entstehen zu lassen." Er möchte den Bürgern seiner Gemeinde die Ängste nehmen. Es gebe keinen Grund zur Panik. Dennoch sei die Lage zur Zeit ungewöhnlich.
"Für diese Jahreszeit ist diese Situation nicht normal. Üblicherweise bringt der Herbst und der Spätsommer ausreichend Niederschläge, damit sich unsere Wasserreserven erholen können. In diesem Jahr beobachten wir jedoch seit längerer Zeit zu geringe Niederschläge und gleichzeitig einen hohen Wasserverbrauch. Auch die warmen Temperaturen in letzter Zeit tun ihr Übriges dazu. Die Wasserstände sind deshalb weiter gesunken. Aus Vorsorge haben wir entschieden, zusätzlich aus Deutschland zu beziehen, um diese Versorgung für unsere Bürger dauerhaft sicherzustellen."
Das Wasser aus Deutschland kommt laut Stellmann aus einer Leitung, die über Ouren-Kemperberg verlegt worden ist. Ein sehr geringer Wasseranteil wurde bislang auch schon von dort bezogen. Jetzt sei die Menge größer.
Hinweise zur Wasserqualität
Dabei stellt sich für die Einwohner der betroffenen Ortschaften die Frage, ob die Wasserqualität auch den gewohnten Standards entspricht. Dies wird von Stellmann bejaht:
"Das aus Deutschland bezogene Wasser erfüllt selbstverständlich alle gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasser und kann im Alltag uneingeschränkt genutzt werden. Es kann jedoch aufgrund einer anderen Wasserzusammensetzung etwas kalkhaltiger sein als das Wasser, das unsere Bürger gewohnt sind. Aus reiner Vorsorge empfehlen wir daher, das Wasser vor dem direkten Verzehr abzukochen; insbesondere für empfindliche Personen oder für die Zubereitung von Säuglingsnahrung."
"Die Gesundheit der Bürger steht an erster Stelle", betont Alain Stellmann, der aber auch mahnt, den Wasserverbrauch auf das notwendige Maß zu beschränken, damit es auch morgen noch genügend Wasser gibt.
"Wir verlangen keine außergewöhnlichen Einschränkungen. Es geht vielmehr darum, unnötigen Verbrauch zu vermeiden. Beispielsweise die Gartenbewässerung auf das Notwendigste zu beschränken, keine Pools neu zu befüllen, Fahrzeuge möglichst nicht zu Hause zu waschen und einfach nicht mit Trinkwasser zu reinigen. Duschen statt Baden, Waschmaschinen und Geschirrspüler nur voll beladen laufen zu lassen und tropfende Wasserhähne möglichst schnell zu reparieren. Jeder Liter, den wir heute einsparen, trägt dazu bei, die Versorgung für alle morgen sicherzustellen."
Manuel Zimmermann