Am Robert-Schuman-Institut (RSI) in Eupen ist die Abteilung für Anwärter auf Verteidigungs-, Präventions- und Sicherheitsberufe in ihr zweites Schuljahr gestartet. Während im vergangenen Jahr zunächst eine Klasse mit zehn Schülerinnen und Schülern im fünften Jahrgang an den Start gegangen war, wird die Ausbildung inzwischen vom dritten bis zum sechsten Jahr angeboten.
Insgesamt besuchen rund 50 Schülerinnen und Schüler die vier Jahrgänge. Im dritten Jahr sind es 20, im vierten 13, im fünften sieben und im sechsten neun Schüler.
RSI-Direktorin Myriam Wolkener sieht die Entwicklung positiv. "Wir haben in allen Jahrgängen gute Schülerzahlen." Die Erweiterung auf die unteren Jahrgänge bedeute zwar zusätzlichen Aufwand, biete den Schülern aber auch die Möglichkeit, die Ausbildungsrichtung früher kennenzulernen.
Frühe Vorbereitung
Im dritten Jahr stehen zunächst vor allem Sprachunterricht und Sport auf dem Programm. "Damit können sie sich schon fit machen für die nächsten Jahre", erklärt Jean-Pierre Wetzels, der Koordinator der Abteilung. Ab dem vierten Jahr kommen dann externe Partner hinzu. Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Militär und privater Sicherheitsbranche stellen ihre Berufe vor und unterrichten teilweise selbst am RSI.
Für Wetzels ist diese Zusammenarbeit ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Er hat im vergangenen Schuljahr die ersten Schüler durch das fünfte Jahr begleitet und betreut sie nun auch im sechsten Jahr.
Nach dem Abschluss stehen den Jugendlichen verschiedene Wege offen. "Im Anschluss können die Schüler entweder in die private Sicherheit oder zu öffentlichen Akteuren wie Feuerwehr, Polizei und Militär gehen", sagt Wetzels.
Die Ausbildung bereite insbesondere auf die Zulassungsverfahren bei den öffentlichen Sicherheitsdiensten vor. In der privaten Sicherheitsbranche erhalten die Schüler dagegen bereits eine umfassende Grundausbildung. "Am Ende können sie hier am RSI den allgemeinen Befähigungsnachweis erhalten", erklärt Wetzels.
Auch ein Studium bleibt möglich
Die Ausbildung ist dabei nicht zwingend auf eine spätere Tätigkeit im Sicherheitsbereich festgelegt. Auch ein Studium steht den Jugendlichen offen. Eine Schülerin möchte beispielsweise zunächst Jura studieren und anschließend möglicherweise zur Armee, Polizei oder Hilfeleistungszone gehen.
Wie viele der Absolventen tatsächlich eine Laufbahn im Sicherheitsbereich einschlagen werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Für Unterrichtsminister Jérôme Franssen ist die Abteilung dennoch ein wichtiges langfristiges Projekt.
"Es ist natürlich klar, dass wir hier etwas Dauerhaftes geschaffen haben", sagt Franssen. Dass inzwischen 20 Jugendliche bereits ab dem dritten Jahr diese Richtung wählen, wertet er als Zeichen für die Nachfrage. "Ich bin deshalb sehr davon überzeugt, dass diese Abteilung für Ostbelgien und gerade auch für den deutschsprachigen Raum sehr wichtig ist."
Die Zusammenarbeit zwischen dem RSI und den verschiedenen Partnern – darunter Polizei, Hilfeleistungszone und Armee – funktioniere derzeit gut. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, die Abteilung in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Gerade mit Blick auf den zunehmenden Bedarf an Nachwuchskräften bei Feuerwehr, Polizei und Militär könnte die Ausbildung am RSI dabei eine wichtige Rolle spielen.
Robin Emonts