Bisher galt in Büllingen eine Bettensteuer. Seit 2002 mussten Hotels jährlich 14 Euro pro Bett zahlen, bei Ferienwohnungen waren es sieben Euro. Nun sollen nicht mehr die Betriebe selbst zahlen, sondern ihre Gäste.
Seit 2012 hat sich die Anzahl der Touristen in Büllingen verdreifacht. Mittlerweile übernachten täglich im Schnitt rund 200 Menschen aus anderen Gegenden in der Gemeinde. Dabei nutzen sie die öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen mit. Zum Beispiel kostet der Unterhalt der Straßen, Wege und öffentlichen Plätze die Gemeinde eine Menge Geld.
Finanzschöffe Alexander Miesen hat die Zahlen im Auge: "Der Aufwand wird größer, immer mehr Touristen und ja, diese Entwicklung können wir natürlich so nicht mehr ignorieren und haben dann gesagt: Wir müssen hier einen Schritt machen und auch eine gewisse Fairness gegenüber dem Büllinger Bürger herstellen. Der hat all das bisher bezahlt, und deswegen haben wir uns für diese Tourismussteuer, diese Übernachtungssteuer entschieden."
Bei einer Informationsveranstaltung für die betroffenen Betriebe sind Vertreter von 22 der 89 Hotels und Ferienwohnungen in Büllingen erschienen. Die Kritik sei deutlich gewesen, aber auch legitim, so Bürgermeister Rainer Stoffels. So sei offen, sachlich und teils sehr kritisch diskutiert worden.
"Ich glaube, der größte Kritikpunkt ist der Verwaltungsaufwand, der damit verbunden ist. Das können wir auch nicht ganz wegdiskutieren. Das ist absolut richtig. Das kann ich auch sehr gut verstehen", sagt Alexander Miesen. "Wir haben uns aber bemüht, auch da entgegenzuwirken, zum ersten mit Vereinfachung. Wir haben den Aufwand so einfach, wie es möglich geht, gehalten. Heißt: Die Betreiber müssen nur einmal im Quartal über eine Plattform entweder auf der Internetseite oder über ein Papierformular die eine Zahl mitteilen - nämlich die, wie viele steuerpflichtige Übernachtungen sie im jeweiligen Monat des Quartals gehabt haben."
Das Ganze soll auf Vertrauensbasis laufen, Kontrollen sind nicht geplant. Es soll der Beginn einer engeren Zusammenarbeit mit mehr Austausch zwischen Politik und Touristen-Unterkünften sein. "Die Betreiber haben es ja auch selber geäußert, dass sie sich gerne noch mehr Dialog und noch mehr Austausch mit uns wünschen, und da rennen sie bei uns eigentlich offene Türen ein und wir werden mit Sicherheit auch in Zukunft öfters die Betreiber mit an den Tisch nehmen, wenn es darum geht, weitere Projekte zu entwickeln."
Tourismusschöffin Sandra Josten stellt ein paar der Ideen vor, mit denen der Tourismus in Büllingen weiter gefördert werden soll. "Jetzt Ende des Jahres hoffen wir, dass die Gravel- und Trailstrecken fertiggestellt werden, die sind in Zusammenarbeit mit der TAO ausgearbeitet worden. Im nächsten Jahr werden wir die Tourismusmesse in Antwerpen im Januar besuchen. Wir werden Infosäulen in den Ortschaften Manderfeld und Rocherath installieren. Die Gedenkstätte Hasselpath soll eine Aufwertung erhalten und ein Projekt im Familientourismus sollte auch noch kommen in der Zukunft." Das alles soll dazu beitragen, den Tourismus in der Gemeinde Büllingen zu stärken.
Rike Piorr (Praktikantin)