"Man weiß in jeder Vergabe von Lastenheften gibt es immer noch kleine Sachen, die man untereinander abklären sollte, um nicht später einen Fehler zu haben. Es sind noch wirklich Kleinigkeiten, die uns der Architekt noch anzupassen hat und uns auch versprochen hat, das in der Kürze der Zeit mitzuteilen, sodass wir eventuell schon nächste Woche nach einer Videokonferenz das Lastenheft definitiv verabschieden können", so der Bürgermeister der Gemeinde Burg-Reuland, Alain Stellmann.
Dass die insgesamt 29 Feuerwehrleute aus der aktuellen Kaserne in Burg-Reuland schnellstmöglich an den neuen Standort umziehen, wird derweil immer wichtiger. Denn die Kaserne erfüllt bei Weitem nicht die vorgegebenen Normen für die Hilfeleistungszonen.
"Hier ist nichts in Ordnung. Die Arbeitskleidung wird in den Räumen gelagert, in denen die Fahrzeuge stehen, das ist nicht normal", erklärt der Kommandant der Hilfeleistungszone der DG, Francis Cloth. "Es gibt keine Schwarz-Weiß-Trennung, es gibt keine Möglichkeit hier vernünftig zu arbeiten. Man hört Hintergrundgeräusche, Übungen sind nicht mehr angepasst, wir kriegen nicht immer alle LKW in das Gebäude rein. Wir haben jetzt das Glück, dass wir einen gefunden haben, der von der Höhe her passt."
"Also die ganzen Normen, die eigentlich feuerwehrtechnisch sein müssten: Duschen, Umkleideräume, ein bisschen vernünftige Schulungsräume, sind nicht gegeben. Wir haben mittlerweile auch eine Jugendfeuerwehr, die hier ist, die muss natürlich auch begleitet werden. Wir haben das Glück, dass die Gemeinde uns jetzt auch ein paar Räume zusätzlich zur Verfügung gestellt hat, aber es ist einfach keine vernünftige Art und Weise, hier mit einer Feuerwehr zu arbeiten."
Um das Budget für den Bau von drei Millionen Euro nicht zu überschreiten, hat es in der Vergangenheit immer wieder Anpassungen an den Plänen der Kaserne gegeben. So wurde die Größe des administrativen Bereichs um 14 Meter verkürzt und das Gebäude von ursprünglich zwei geplanten Etagen auf eine reduziert. Das Fundament des Baus erlaube es jedoch, bei Bedarf in Zukunft höher zu bauen, so Alain Stellmann. Und auch in Sachen Hochwasserschutz sei alles geregelt. Entlang des Geländes fließen die Ulf und der Mühlenbach.
"Die Studien zum Hochwasserschutz haben stattgefunden und es wurden auch noch zusätzliche Studien einberufen, weil die Qualität des Bodens scheinbar nicht so war, wie man es sich gewünscht hätte. Dem ist aber jetzt Abhilfe geschaffen worden. Alles ist im grünen Bereich und es könnte losgehen", so Stellmann.
Ähnlich wie bei den laufenden Umbauarbeiten der Kaserne in Kelmis kann sich die Hilfeleistungszone der DG zudem vorstellen, einzelne Bauschritte in Eigenregie vorzunehmen.
"Was wir aktuell machen, ist Optionen vorzusehen und zu schauen, ob sie reinpassen oder nicht. Im Endeffekt sind das alles Schätzungen, mit denen wir arbeiten", erklärt Francis Cloth. "Wir müssen jetzt aber auch wirklich mal ausschreiben, um jetzt auch mal einen definitiven Fixpreis zu erhalten. Dann können wir eigentlich einschätzen, was wir machen können oder nicht. Die Bodenproben hatten uns ein bisschen überrascht, aber das erklärt auch, warum es etwas länger gedauert hat, dieses Lastenheft zu haben und auch die Anpassungen, die wir jetzt noch vornehmen."
In den nächsten zwei Wochen soll das Lastenheft voraussichtlich herausgegeben werden. Bis zum Ende des Jahres rechnet Alain Stellmann damit, dass eingegangene Angebote geprüft worden sind und eine Auftragsvergabe erfolgen kann. Die ersten Bagger sollen im ersten Quartal das nächsten Jahres rollen. Ende Juni 2028 soll die neue Kaserne von Burg-Reuland eingeweiht werden.
Lindsay Ahn


