Der Temsepark in der Eupener Unterstadt ist ein beliebter Treffpunkt für alle Generationen. Kinder spielen, Senioren treffen sich zum Kaffeetrinken, andere bleiben auf dem Weg nach Hause auf einen Schwatz stehen. Die Flut hatte auch Teile des Parks beschädigt. Das Meiste ist inzwischen wieder hergestellt - nur der Brunnen fehlt noch. Das soll sich nun ändern. Am Mittwoch sind die Arbeiten gestartet.
Die Planungen hatten relativ lange gedauert. Denn bei der Neugestaltung sollten die unterschiedlichen Nutzer des Parks mitreden. Die VoG "Die Unterstadt - ein starkes Viertel" hat die Interessen der Anwohner vertreten - und ihre Wünsche finden sich jetzt im neuen Brunnen wieder.
"Im Endeffekt ging es darum, dass der Charakter des Parks und des Platzes so bleiben sollte, wie er war und er trotzdem schön und modern sein sollte. Die Idee, dass man auf einen tiefen Brunnen verzichtet, sondern einen macht, wo Kinder drin spielen können, war allen sehr wichtig. Eine klare Trennung und Abgrenzung zur Straße war der VoG extrem wichtig, damit Kinder gefahrlos im Park spielen können. Und es war auch von großem Interesse, dass man in den Park hineinsehen kann und ihn nicht absperrt gegenüber der Außenwelt", fasst Schöffe Nicolas Pommé die Wünsche zusammen.
Für die Gestaltung sind Landschaftsarchitektin Caroline Keusch und Architekt Sebastian Borch verantwortlich. Seine Idee: mehr Natur - als Gegenpol zum Verkehr. "Die erste Idee war wirklich, die Natur wieder zurück zu diesem Platz zu holen, weil der Kreisverkehr Bosten verkehrstechnisch sehr belebt ist. Um das zu kompensieren, wollten wir den den Temsepark so weit es geht wieder Richtung Kreisverkehr ziehen, sodass die Natur hier wieder für alle spürbar und erlebbar wird", erläutert Borch.
Um den Brunnen herum sollen bepflanzte Hügel angelegt werden, die Sitzgelegenheiten und akustischen Schutz in einem bieten. In die Mitte soll ein großer Baum gepflanzt werden, als Erinnerung an die Blutbuche, die früher hier stand.
Das Projekt kostet rund 274.000 Euro. Wegen gestiegener Baukosten musste die Stadt zusätzlich 100.000 Euro bereitstellen. Um Kosten zu sparen, übernimmt der städtische Bauhof einen Teil der Arbeiten. Auch das alte Material soll weitgehend wiederverwendet werden.
Für das Gros der Arbeiten ist die Firma Ganser verantwortlich. Frank Ganser hat als gebürtiger Unterstädter eine besondere Beziehung zum Temsepark. Und seine Firma hat alle Wasserelemente in der Unterstadt gebaut. Damit haben die beiden Firmengründer, sein Vater und sein Onkel, vor 50 Jahren begonnen. Sie haben bereits den Vorgängerbrunnen im Park und die Vogelmarie in der Haasstraße gebaut. Frank Ganser freut sich, dass er die Tradition fortsetzen darf.
"Das wird ein Wassertisch, das heißt, im Boden werden mehrere Düsen eingebaut, aus denen Fontänen hochschießen beziehungsweise hochblubbern. Das ist abhängig davon, wie es im Endeffekt eingestellt wird. Die Fläche kann komplett begangen werden, auch von Kindern, die dabei zwar nass werden können, aber nicht mehr schwimmen oder richtig groß planschen können", erklärt er den zukünftigen Brunnen.
Wenn alles nach Plan läuft, sollen schon im kommenden Sommer wieder Kinder am Wasser spielen - und ihre Eltern auf den Bänken daneben sitzen und ihnen dabei zusehen.
"Das wäre schön. Wenn es so angenommen wird und die Leute und die Kinder sich an diesem Ort der Unterstadt hier versammeln, das wäre wirklich ein schöner Anblick", ist Sebastian Borch voller Vorfreude.
Gaby Zeimers











