Am Freitag jähren sich die Terroranschläge vom 11. September 2001 zum 25. Mal. Damals waren zwei Flugzeuge in die Twin Tower des World Trade Centers in New York geflogen und brachten beide Türme zum Einsturz. Außerdem gab es einen Anschlag auf das Pentagon in Washington und einen Flugzeugabsturz in Pennsylvania. Zu genau diesem Zeitpunkt war Gudrun Hunold aus Eupen in New York zu Gast.
Sie war in der Stadt, um eine ehemalige Kollegin zu besuchen, die dort als freie Journalistin in einem Büro arbeitete. Der 11. September war der letzte Tag in der Stadt für sie und eigentlich wollte sie sich vor dem Rückflug noch die Aussichtsplattform des World Trade Centers anschauen: "Da ich Gott sei Dank morgens schon mal etwas trödel, war ich so gegen kurz vor neun Uhr in dem Büro, um meinen Koffer da abzustellen. Dann sagte man mir: "Warte mal, da ist wohl ein Flugzeug in die Türme geflogen."
"Wenn man sonst auf die Skyline von New York guckt, da sieht man andauernd Flugzeuge über der Stadt. Und beim ersten dachte man noch: 'Ach das war bestimmt so ein kleines Flugzeug'. Aber als das zweite crashte war klar: das war kein Unfall."
Im Fernsehen verfolgten die Anwesenden dann die Bilder, sahen das zweite Flugzeug in die Türme fliegen. Dann klingelten überall im Büro die Telefone, so Gudrun Hunold. Das Mobilfunknetz lag lahm, jeder versuchte irgendwie Verwandte zu erreichen.
Auch wenn man nicht gesehen hat, wie die Türme zusammengefallen sind, das was danach in Manhattan auf den Straßen los war, sei apokalyptisch gewesen, so Hunold.
Sie hat in den nächsten Tagen gearbeitet, hat von dort fürs Radio berichtet. Sie war in der Stadt unterwegs und hat mit Menschen gesprochen. Irgendwann war der Moment da und sie konnte wieder nach Hause fliegen.
"Ich war schon froh, wieder nach Hause fliegen zu können. Ich war danach auch der festen Überzeugung, dass ich danach regelmäßig nach New York zurückkomme, weil man mit dieser Stadt dann auch eine besondere Verbindung hat, bin ich aber nicht. Es gibt da doch noch immer eine Hemmschwelle, aber es steht auf meiner To-Do-Liste."
Auch 25 Jahre später wirkt das Erlebte immer noch nach. Vor allem an die Gerüche von damals erinnere sie sich noch: "Der Geruch von zermahlenem Beton, Rauch und geschmolzenem Plastik - das ist für mich der Geruch von New York".
Lena Orban