Was am Sonntagabend auf dem Scheiblerplatz passiert ist, sei nicht alltäglich für die Stadt Eupen, so Bürgermeister Thomas Lennertz. Entsprechend ernst habe die Stadt die Situation von Anfang an genommen. "Aber nicht nur wir als Stadt, sondern auch die Polizei, die betroffenen Schulen, die Kinder haben, die diesen Vorfall direkt oder indirekt mitbekommen haben und auch die Sozialdienste. Wir sind mit Sorgen an die Sache herangegangen", so Lennertz.
"Auf der anderen Seite hatte ich als Bürgermeister auch viel Kontakt mit Bürgern, seien es hiesige oder hinzugezogene Menschen mit Migrationshintergrund, und gerade aus den Communities mit Migrationshintergrund habe ich auch ein Feedback bekommen, dass die Leute traurig und beunruhigt waren und dass man sich natürlich Sorgen macht darüber, wie es weitergeht und was in den nächsten Tagen oder Wochen noch an Herausforderungen auf unsere Stadtgemeinde hinzukommt."
Die Versammlung am Freitag war bereits das zweite Treffen zwischen Vertretern der Stadt, der Polizei, dem Bildungswesen und verschiedenen sozialen Diensten. Schon am Montag hatte es ein erstes Treffen gegeben. Die zweite Sitzung diente nun dazu, die bisherigen Maßnahmen neu zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.
"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Maßnahmen weiterhin sinnvoll sind. Ich nenne zwei Beispiele: Die Anwesenheit von Polizisten unten am Campus, aber auch am Athenäum zu Beginn des Schultages und zum Schulschluss wird verlängert. Gleiches gilt für die Anwesenheit von Kaleido in den beiden genannten Schulen, um sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrerinnen und Lehrer eine sofort präsente Hilfestellung zu gewährleisten, falls da ein Bedarf ist."
Neben konkreten Maßnahmen ging es bei dem Treffen auch um die aktuelle Lage in der Stadt. Generell sei es in den letzten Tagen ruhig geblieben. "Es gab keinerlei Zwischenfälle, zumindest keinerlei Zwischenfälle, die in irgendeiner Form mit dem Vorfall von Sonntagabend in Zusammenhang stehen. Da bin ich auch sehr dankbar drüber, dass da die Eupener Bevölkerung und unsere Gemeinschaft ruhig geblieben ist, besonnen reagiert hat und es zu keinen weiteren Zwischenfällen gekommen ist. Ich hoffe natürlich, dass das dann auch für die nächsten Wochen so bleiben wird."
Gleichzeitig wollen alle Seiten wachsam bleiben. Das habe oberste Priorität, so Lennertz.
Lindsay Ahn