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Vorfall im Scheiblerpark: Psychologische Unterstützung hilft bei der Verarbeitung

02.09.202617:56
  • Eupen
Polizeieinsatz am Scheiblerplaz in der Eupener Unterstadt
Einsatz- und Rettungsfahrzeuge in der Nähe des Scheiblerplatzes am Sonntagabend (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Nach dem Vorfall am Sonntag im Eupener Scheiblerpark laufen die Ermittlungen. Fest steht: Es waren dramatische Ereignisse, für deren Aufarbeitung Beteiligte und Unbeteiligte mitunter psychologische Hilfe brauchen.

Nach einem Vorfall wie im Eupener Scheiblerpark sofort zur Tagesordnung überzugehen, das ist nicht nur für Menschen, die daran beteiligt waren oder Zeuge der Ereignisse geworden sind, oft unmöglich - verständlich, meint Harry Simon vom Beratungs- und Therapiezentrum (BTZ). "Oftmals ist es ja so, dass es starke Gefühle in uns auslöst und wir uns ganz viel damit beschäftigen. Das ist erst mal eine verständliche Reaktion."

"Dass wir uns deswegen auch erst mal ein bisschen hilflos fühlen oder nicht so genau wissen, wie wir vor allem mit den ausgelösten Gefühlen umgehen sollen oder können, ist total angemessen und verständlich", so Simon. Oft hilft reden, so der Therapeut - aber kurz nach einem solchen Ereignis nicht mal unbedingt über das, was man gesehen oder gehört hat, "sondern das darüber Sprechen, was das in mir ausgelöst hat. Und Worte zu finden für das, was außerhalb, aber vor allem auch in mir vorgegangen ist und oft auch noch vorgeht", sagt er.

"Und das allein hilft oft schon unserer Psyche, unserem Gehirn beim Sortieren und hat einen Nutzen. Das sind ja so unfassbare Erlebnisse eigentlich, die durch die Worte fassbarer und damit hoffentlich auch handhabbarer werden."

Was geschah wirklich im Scheiblerpark?

Unterdessen wird in den Ermittlungen versucht, Klarheit über die Einzelheiten des dramatischen Vorfalls vom Scheiblerpark zu schaffen. Der Schusswaffengebrauch wird dabei von einer Spezialeinheit der Föderalen Polizei untersucht, dem Komitee P. Für Anwältin Hayat Karim steht fest, dass es seitens der Polizei unverhältnismäßig war, einen Mann wegen einer Schlägerei vor den Augen seiner Familie zu erschießen. Karim vertritt die Familie des 42-Jährigen, der durch die Schüsse des Polizisten tödlich verletzt wurde.

Bevor die Schüsse fielen, ging der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit einem Messer auf die andere Streitpartei zu. Die Ehefrau des Mannes hingegen hatte kein Messer gesehen, teilte deren Anwältin Hayat Karim mit. Es stelle sich die Frage, ob es für die Polizei wirklich kein anderes Mittel gegeben habe, die öffentliche Ordnung herzustellen, als Schüsse abzugeben, so der Rechtsbeistand der Familie des Getöteten.

Laut der Staatsanwaltschaft hatten die Polizisten nach ihrem Eintreffen vor Ort vergeblich versucht, den Streit der beiden Gruppen zu schlichten. Im Rahmen des Einsatzes sei auch Pfefferspray eingesetzt worden.

Moritz Korff

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