Sieben Uhr morgens in Lanzerath, auf der Baustelle des Dachdeckerbetriebs Roof-Tec geht es direkt los. Gerade werden Schneestopper auf einem Dach installiert. Außerdem werden Dachpfannen eingeschnitten, damit sie dort Platz finden, wo die Halterungen einer Photovoltaikanlage sitzen.
Für Dachdecker Nico Jost hat der Beruf mit einer Ausbildung begonnen. Seine Lehre beschreibt er als praktischen Einstieg in das Handwerk. "Viel Schlepperei, viel Kehren. Ich habe aber auch viel mit angepackt. Und von Grund auf habe ich alles gelernt. So kommst du auch gut in den Beruf rein."
Wer sich für eine Ausbildung zum Dachdecker interessiert, sollte einige Voraussetzungen mitbringen. Schwindelfreiheit gehört dazu. Auch technisches Verständnis und mathematische Grundkenntnisse sind gefragt. Und: Auf dem Dach wird im Team gearbeitet. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können.
Der Arbeitsplatz bringt allerdings auch besondere Bedingungen mit sich. Gearbeitet wird draußen – bei Hitze genauso wie bei Kälte. "Im Sommer, wenn die Hitze richtig draufschlägt bei 35 Grad, das ist nicht so geil. Auch im Winter, bei minus zehn, 15 Grad draußen stehen ... Es hat alles seine Vor- und Nachteile im Dachdeckerbereich."
Dazu kommt die körperliche Belastung. Material schleppen, knien, bücken und klettern gehören zum Alltag. Für Nico Jost ist die Bewegung allerdings eher ein Pluspunkt. "Der Beruf ist geil. Man arbeitet immer in der Höhe. Man ist immer an der frischen Luft, immer draußen. Einen Job im Büro kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich brauche die Bewegung."
Und wie sieht es finanziell aus? "Aus der Lehre, als Geselle zum Start: 2.000 bis 2.200 Euro netto. Kann im Laufe der Jahre auf 3.000 bis 3.500 Euro hochgehen." Wer den Beruf erlernen möchte, braucht neben handwerklichem Interesse vor allem Motivation. Und auch nach der Ausbildung geht das Lernen weiter. "Nicht aufgeben, sobald es mal schwer wird. Man muss sich dranhängen. Auch wenn man die Lehre beendet hat, muss man immer wieder mal ein Buch aufschlagen."
Der Dachdeckerberuf ist also körperlich fordernd und bringt Arbeiten bei unterschiedlichen Wetterbedingungen mit sich. Gleichzeitig bietet er Abwechslung, Bewegung und einen Arbeitsplatz an der frischen Luft. Und weil Dachdecker in Ostbelgien fehlen, sind die beruflichen Perspektiven mehr als gut.
Dogan Malicki

