Während im Hohen Venn noch immer Glutnester bekämpft werden, rücken nach und nach auch die langfristigen gesundheitlichen und ökologischen Folgen in den Fokus - von Feinstaubbelastungen bis hin zu offenen Fragen in der Landwirtschaft.
Für Personen, die bei der Rauchentwicklung Beschwerden verspüren, gelten weiterhin klare Vorsichtsmaßnahmen. Längere Aktivitäten im Freien, wie etwa Joggen, sollen in der Nähe des Brandgebiets vermieden werden. Bei Rauchauftreten sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben.
Besonders gefährdet sind empfindliche Personengruppen wie Asthmatiker, ältere Menschen und Kinder, die den Kontakt mit Rauch möglichst meiden sollten.
Gesundheitsrisiken für Einsatzkräfte
Besonders hoch ist die Belastung für die Feuerwehrleute vor Ort. Zonenkommandant Francis Cloth erklärt, dass man sich so gut es geht mit Schutzmasken zu schützen versuche, auch wenn das im unwegsamen Gelände nicht immer perfekt funktioniere. "Also bei der Hilfeleistungszone DG hatten wir keine Rauchvergiftungen. Es hat sich auch keiner darüber beschwert. Natürlich sind unsere Leute auch mit Rauch in Verbindung gekommen. Und es kann sein, dass da irgendwann auch Langzeitfolgen auftreten. Aber das wissen wir jetzt aktuell noch nicht", so Francis Cloth.
Während akuter Brandrauch Kohlenmonoxid enthält, das zu Sauerstoffmangel, Schwindel oder Bewusstlosigkeit führt, birgt der Feinstaub langfristige Risiken, da er als krebserregend gilt. Berufliche Feuerwehrleute werden zwar jährlich arbeitsmedizinisch untersucht, eine Blutabnahme findet aber nicht zwingend statt.
Ungewissheit für Natur und Landwirtschaft
Die toxischen Gefahren betreffen auch Tier und Natur. Während kleinere Tiere, Insekten und Amphibien oft nicht rechtzeitig fliehen konnten, haben sich größere Wildtiere wie Hirsche oder Wildschweine nach Beobachtungen des Forstamts Verviers gelassen in Sicherheit gebracht.
Gutachten zur langfristigen Boden- und Schadstoffbilanz stehen noch aus. Auch über direkte Giftstoffbelastungen der landwirtschaftlichen Ernteprodukte oder Weidetiere durch den Ascheflug gibt es noch keine genauen Bilanzen. Beim landwirtschaftlichen Beratungszentrum Agra Ost hieß es in einer ersten Stellungnahme, dass dazu bislang kaum Fragen eingegangen seien - vermutlich, weil noch zahlreiche Untersuchungen folgen werden.
Manuel Zimmermann