Für die Feuerwehrleute der Hilfeleistungszone der Deutschsprachigen Gemeinschaft herrscht seit über einer Woche Ausnahmezustand. Seit dem Ausbruch des Waldbrandes im Hohen Venn sind zahlreiche Einsatzkräfte nahezu dauerhaft im Einsatz. Gleichzeitig müssen auch die regulären Einsätze in den Eifel- und Nordgemeinden weiterhin abgedeckt werden.
Damit rund um die Uhr genügend Personal und Fahrzeuge zur Verfügung stehen, übernimmt der sogenannte Dispatch eine zentrale Rolle. Dort werden die Einsatzkräfte geplant, koordiniert und den jeweiligen Einsätzen zugewiesen. Mitverantwortlich für diese Aufgabe war in den vergangenen Tagen Luc Peters, Postenleiter der Wache St. Vith.
Automatische Alarmierung zunächst abgeschaltet
Zu Beginn des Brandes sei die Einsatzplanung noch wie gewohnt automatisch gewesen, erklärt Peters. Danach habe man sich entschieden, den automatischen Dispatch auszuschalten und die Stelle dauerhaft mit zwei Personen zu besetzen. Dieser Betrieb sei bis ungefähr Donnerstag aufrechterhalten worden. Danach habe man wieder auf Normalbetrieb umgestellt.
Eine besondere Herausforderung sei dabei gewesen, trotz des Großeinsatzes im Venn den Basisschutz in den Gemeinden aufrechtzuerhalten. Bei der Besetzung der Fahrzeuge müsse zudem darauf geachtet werden, dass unter anderem ein entsprechender Maschinist und ein Unteroffizier an Bord sind, damit die Fahrzeuge gesetzeskonform ausrücken können.

Auch die Nachbarzonen standen bereit
Wenn besonders viele Einsatzkräfte gleichzeitig benötigt wurden, etwa bei der Lage in Büllingen, habe man sich auch Gedanken über die eigene Einsatzbereitschaft machen müssen. Im Notfall hätte die Hilfeleistungszone auf Unterstützung aus der Nachbarzone Luxemburg oder von der deutschen Seite zurückgreifen können, so Peters.
Nach mehr als einer Woche Dauereinsatz wird die Personalplanung allerdings zunehmend schwieriger. Viele freiwillige Feuerwehrleute beenden inzwischen ihren Urlaub und stehen damit wieder in ihrem normalen Alltag. Dadurch werde es "effektiv schwierig", ausreichend Personal zu finden, erklärt Peters.
Wie es weitergeht, hänge nun auch davon ab, wie viele Fahrzeuge und Einsatzkräfte die Einsatzleitstelle für den Vennbrand in Sourbrodt weiterhin benötigt. Dann müsse man schauen, wie sich das personell auffangen lasse.
Übermüdung nach einer Woche Vennbrandeinsatz
Die Belastung macht sich laut Peters inzwischen auch bei den Einsatzkräften bemerkbar. Man merke, dass einige Feuerwehrleute teilweise übermüdet seien. Gleichzeitig gebe es eine gewisse Nervosität bei normalen Einsätzen, weil viele Einsatzkräfte während einer ganzen Woche praktisch ausschließlich mit der Bekämpfung des Waldbrandes beschäftigt gewesen seien.
Während der Einsatz im Hohen Venn weiterläuft, bleibt die Hilfeleistungszone der DG deshalb im Zweischichtbetrieb vor Ort. Jeweils von 8 bis 20 Uhr sowie von 20 bis 8 Uhr sind weiterhin Einsatzkräfte im Venn im Einsatz. Seit Sonntag sind es noch zwölf Feuerwehrleute der Hilfeleistungszone DG pro Schicht.
Radio-Interview mit Postenleiter Luc Peters im Player:
Robin Emonts