Zu sehen sind am 12. und 13. September vor allem denkmalgeschützte Häuser in der Gospertstraße, am Kaperberg und am Werthplatz. Dazu gehören auch Privathäuser wie das Haus Mennicken, ein ehemaliges Kaumannshaus aus dem 18. Jahrhundert. Unter dem Leitmotiv "Historische Orte, gelebte Räume" will man dieses Jahr nicht nur den Blick auf bedeutende Bauwerke lenken, "sondern auch zeigen, dass in diesen Räumen in den letzten Jahrhunderten Leben stattgefunden hat", sagt Thomas Aussems, Referent für Kulturerbe beim Ministerium der DG. "Wir haben für jedes Denkmal eine Geschichte herausgesucht, die das darstellt."
Eine besondere Geschichte hat zum Beispiel das Haus Gospert 56. "Dort hat der Zahnarzt Dr. Viktor Nyssen gearbeitet. Seine Frau war im Krieg Fluchthelferin für die jüdische Bevölkerung und ist 2008 mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel ausgezeichnet worden, was etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches ist."
Solche und viele weitere Geschichten über die Bewohner historischer Häuser in Eupen sind im Programmheft aufgeführt, das man beim Besuch der offenen Denkmäler dabei haben sollte.
Neben Geschichten gibt es auch kleine Theateraufführungen. So spielen die Theaterfreunde Eupen in der "Alten Post" an der Klötzerbahn 32 Szenen aus der Zeit des Post- und Telegrafenamtes. An anderen Orten begleiten Konzerte und Ausstellungen die Besuche. Auch Führungen werden angeboten. Das Programm bietet in diesem Jahr eine besonders große Fülle.
"Dieser Bereich Gospert, Werthplatz, Kaperberg hat durch die Tuchmacherindustrie, die dort entstanden ist, einen gewissen Zusammenhang. Deswegen haben wir diesen Bereich komplett genommen. Das hat dazu geführt, dass wir sehr viele Denkmäler haben, mehr als in letzten Jahren.", sagt Thomas Aussems.
Auch dieses Mal gibt es wieder Familienspecials für Kinder. Damit haben die Veranstalter in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. "Die Kinder sind wirklich begierig darauf, Such- und Rätselspiele mitzumachen. Es gibt Kinderführungen und Audioerklärungen für Kinder, begleitet durch unser Maskottchen Karlotta. Das ist immer ein Spaß für die Kinder."
Dass die Tage des offenen Denkmals ein generationenübergreifendes Programm bieten, darauf legt Kulturminister Gregor Freches besonderen Wert. Er setzt auf eine Breitenwirkung und hofft, auch bei Menschen Interesse zu wecken, die sonst weniger Interesse an historischem Kulturerbe haben. "Diese Gebäude leben, sie haben über die Jahrhunderte einen Geist entwickelt. Man geht einfach daran vorbei, ohne sich mit ihrer Geschichte zu befassen. Deshalb ermöglichen wir, am 12.und 13. September reinzuschauen und zu sehen, dass das keine verstaubte Geschichte ist.", so Freches.
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Michaela Brück

