Die Gemeinde Baelen betreut die behördliche Hotline. Nach Angaben der Baelener Bürgermeisterin Nathalie Thönnissen gingen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Hilfsangebote ein. Privatpersonen boten schweres Gerät, Nahrungsmittel, Geld und Medikamente an, aber auch medizinische Dienstleistungen. Die Spendenbereitschaft sei überwältigend, betont Thönnissen und bedankt sich ausdrücklich bei allen, die ihre Unterstützung angeboten haben.
Inzwischen allerdings ist der aktuelle Bedarf gedeckt. Weitere Spenden werden vorerst nicht benötigt. Das gilt insbesondere für Lebensmittel: Davon sei mittlerweile so viel vorhanden, dass die Einsatzkräfte für mehrere Tage versorgt werden könnten. Die Behörden appellieren deshalb auch dringend daran, nicht auf eigene Faust mit Lebensmitteln in die Brandgebiete zu fahren. Wer Lebensmittel abgeben möchte, könne sich stattdessen an Organisationen wenden, die solche Spenden ganzjährig annehmen, etwa an Lebensmittelbanken.
Neben der offiziellen Hotline hatte es bereits eine private Initiative gegeben. Über die Webseite "aidefagnes" sammelte ein junger Mann Hilfsangebote aus der Bevölkerung. Mehr als 3.000 Menschen hinterlegten dort Angaben dazu, was sie zur Verfügung stellen könnten. Diese Informationen sind mittlerweile in die offizielle Datenbank der Behörden eingeflossen.
Genau diese Bündelung soll dafür sorgen, dass die Hilfe künftig gezielter dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Denn in den vergangenen Tagen habe es zahlreiche private Hilfsaktionen gegeben, die nicht mit den Einsatzkräften abgestimmt gewesen seien und deshalb teilweise am tatsächlichen Bedarf vorbeigingen.
Auf die gemeinsame Datenbank können nun die Stellen zugreifen, die an der Bekämpfung des Brandes beteiligt sind. Wird beispielsweise eine bestimmte Maschine, ein Fahrzeug oder eine andere konkrete Unterstützung benötigt, können die Verantwortlichen gezielt nach einem passenden Angebot suchen und die betreffende Person kontaktieren.
Die Koordinierung ist aus Sicht der Behörden entscheidend. Denn auch gut gemeinte Hilfe kann zusätzliche Arbeit verursachen, wenn Lebensmittel, Maschinen oder andere Sachspenden angeliefert werden, für die es gerade keinen Bedarf gibt. Die Gemeinde bittet deshalb um Verständnis, wenn Menschen, die ihre Hilfe angeboten haben, zunächst keine Rückmeldung erhalten oder ihr Angebot am Ende gar nicht in Anspruch genommen wird.
Sollte sich die Lage ändern und etwas benötigt werden, das nicht über die Datenbank verfügbar ist, wollen die Behörden einen neuen gezielten Spendenaufruf starten. Auch die Hotline könnte dann wieder aktiviert werden.
Olivier Krickel