In den Wäldern rund um die Gileppe und die Louveterie hält sich ein Wolfsrudel auf. Das hat der Öffentliche Dienst der Wallonie bestätigt. Laut Videoaufnahmen vom April, Mai und Juni sind es derzeit zwei Alttiere und fünf Junge, sagt Yves Pieper, Leiter des Forstamtes Verviers.
In den vergangenen Wochen sind in der Umgebung vermehrt Schafe gerissen worden, heißt es in der Mitteilung. Für derartige Angriffe könnten möglicherweise Wölfe verantwortlich sein.
Wenn Nutztiere wie Schafe oder Ziegen gerissen werden, werden Speichelproben entnommen, deren Auswertung viel Zeit in Anspruch nehme, so Pieper. "Man weiß schon sicher, dass es meistens Risse von Wölfen sind, die aus dem deutsch-polnischen Raum stammen. Und das kann ganz klar zugewiesen werden zu einem der beiden Altwölfe, die sich im Raum Gileppe, Louveterie, Jalhay niedergelassen haben", erklärt der Forstamtsleiter.
Für Anwohner oder Spaziergänger sei die Gefahr durch die Wölfe in der Region äußerst gering, so der Öffentliche Dienst der Wallonie. Der Wolf sei ein scheues Tier, das normalerweise den Menschen meide. Sein Vorkommen in einer Gegend bedeute nicht, dass Dörfer, Wege, Gärten und Freiluftaktivitäten gefährlich werden, heißt es.
"Wenn er jetzt vermehrt gesichtet wird in den Dörfern, dann ist das, weil er eine leichte Beute dort findet, das heißt Schafe und Ziegen. Und er sucht also nicht die Nähe des Menschen, sondern sucht eher nach einer leichten Beute in Form von Schafen und Ziegen", so Pieper.
Um die Nutztiere vor dem Wolf zu schützen, kommen meist Zäune zum Einsatz. "Das sind entweder Elektrozähne oder Zäune, die so hoch sind, dass sie vom Wolf nicht überquert werden können. Da gibt's eine punktuelle Beratung, die auch an die jeweilige Weide angepasst ist", sagt Pieper.
Radio-Interview mit Yves Pieper im Player:
spw/moko