Fast schon ein bisschen versteckt liegt die Aachener Volkssternwarte in der Nähe des Hangeweiher. Ein verstecktes Juwel, denn die Anlage ist über neunzig Jahre alt und die wichtigsten Teile noch original erhalten. Sie gehört zur Volkshochschule Aachen, wird aber von Amateurastronomen betreut. Einer von ihnen ist Kurt Schaefer, er engagiert sich "aus Liebe zu den Sternen", wie er selbst sagt.
"Ich habe mich schon als Kind immer dafür interessiert und in die Sterne geschaut. Das hat sich erhalten." Heute teilt er seine Begeisterung mit den Besuchern der Sternwarte. "Wir haben rund 4.000 Besucher im Jahr und die meisten davon sind Kinder und Jugendliche", erzählt Schaefer.
Als "Volkssternwarte" hat die Anlage die Aufgabe, Wissen über Astronomie zu vermitteln. Dazu hat die sie einen kleinen Schulungsraum unter der Kuppel. Hier finden regelmäßig öffentliche Vorträge statt, bei denen die Amateurforscher Himmelsereignisse am Computer simulieren und besprechen.
Insgesamt gibt es deutschlandweit weniger als 30 "Volkssternwarten". "Das ist schon etwas Besonderes. Eigentlich sollte ein Planetarium hier nach Aachen kommen, aber dazu gab es damals kein Geld und so hat man die Sternwarte gebaut. Das ist für uns Amateurastronomen ein Geschenk, denn so können wir den Himmel direkt beobachten."
Das Herzstück der Sternwarte ist die Kuppel mit dem Teleskop. Die Kuppel hat den Zweiten Weltkrieg überlebt und wurde originalgetreu restauriert. Eigentlich steht in der Mitte der Kuppel ein drei Meter langes Teleskop aus den 1930er Jahren. Das wird aber gerade restauriert. In der Zwischenzeit dient ein modernes, computergesteuertes Teleskop als Ersatz.
Auch für die Amateurforscher gilt: nicht direkt in die Sonne schauen. Deshalb hat das große Teleskop ein zweites Rohr mit einem speziellen Filter. Der lässt nur Licht durch, welches für die Augen ungefährlich ist. So kann man die Sonne ohne Gefahr beobachten. Ein seltener Weitblick, der 150.000 Millionen Kilometer weit weg und acht Minuten in die Vergangenheit geht.
Anne Kelleter




