"Wir sind heute Morgen um halb sieben am Aufbauen. Wir sind zu viert, wir sind unterbesetzt. Eigentlich sind wir zu fünft", sagt Mike Cornelius vom Fahrgeschäft "Mike's Pitstop". Seit fünf Jahren besitzt er es. "Das ist in Corona bestellt worden. Wir haben uns gedacht: Wir gehen mal volles Risiko. Wir hatten vorher auch eine Art Geschäft, aber im ganz Kleinen. Ja, und seitdem sind wir damit unterwegs."
Abbezahlt sei sein geliebtes Fahrgeschäft noch nicht, das dauere noch ein bisschen, doch Mike Cornelius ist für den Augenblick einfach froh, dass zum Zeitpunkt vom Aufbau das Wetter nicht so drückend ist. "Auf jeden Fall. Beim Abbauen war es sehr warm - und jetzt ist es das perfekte Wetter. So dürfen wir das auch die nächsten zehn Tage haben."
Erleichterung darüber, dass sich die Hitze zurückgezogen hat, empfindet auch Katja Milz, die Besitzerin des Fahrgeschäfts "Beach Party", das so manche Ostbelgier als Crazy Dance bezeichnen würden.
"Das ist unser absolutes Traumwetter. So lässt es sich auch in den Imbissen gut aushalten, wenn man den ganzen Tag dahintersteht. Die Kassenhäuschen sind manchmal auch alles andere als angenehm, wenn man da drinsitzt. Und natürlich kommen die Besucher. Bei 35 bis 40 Grad wäre ich wahrscheinlich auch lieber im Freibad als auf der Kirmes."
Katja Milz ist außerdem Vorsitzende vom Schaustellerverband Aachen. Hört man ihr zu, so versteht man gleich: Es sind keine rosigen Zeiten. Wenn der Strom und der Sprit teuer sind, dann tue das auch den Kirmesleuten weh. "Die meisten Anlagen reisen 300, 400 Kilometer weit an. Dann sprechen wir von Transportkosten manchmal in der Woche von 2.000 Euro." Vom Strom ganz zu schweigen und das erkläre dann auch die steigenden Preise für die Besucher.
Nichtsdestotrotz können die sich laut Thomas Greven, Projektleiter vom Öcher Band, auf eine tolle Rummelzeit freuen. "Wir haben 83 Fahrgeschäften mit ganz unterschiedlichen Highlights. Da ist für jeden das Richtige dabei."
Julia Slot



