"Ich denke, das frühe Aufstehen schreckt viele ab", sagt Cedric Welter. Er ist Konditoreileiter bei der Bäckerei Kockartz in Hauset. "Das hat es mich tatsächlich am Anfang auch." Doch für ihn überwiegen die Vorteile: "Es ist ein Beruf, der Spaß macht, der kreativ und abwechslungsreich ist."
Um halb drei klingelt Cedric Welters Wecker, um drei Uhr beginnt die Schicht. Der Lohn: ein früher Feierabend, meistens gegen elf Uhr. Das sieht er durchaus als Vorteil an. "Ich kann mir den kompletten Tag einplanen, wie ich es möchte. Ich kann schlafen, wie ich möchte und mir halt alles frei halten."
Wochenendarbeit und flexible Schichtmodelle
Auch die Wochenendarbeit ist bei Kockartz gut organisiert, um den Job attraktiver zu gestalten. "Wir haben jetzt hier ein Drei-Wochen-Roulement, wo man ein Wochenende ganz arbeitet, eins halb, eins gar nicht", so Welter. "Das hat sich über die Jahre so etabliert und ist, glaube ich, einer der großen Vorteile, die wir hier haben und die die Stelle gerade hier besonders attraktiv macht."
Um mehr Jugendliche für eine Ausbildung bei Kockartz zu begeistern, ist ein zweiteiliges Schichtsystem angedacht. "Uns ist aufgefallen, dass doch viele Vorbereitungen für den Tag danach auch im Nachmittag gemacht werden können, und dass man dann sozusagen in zwei Schichten, in zwei Teams arbeitet", erklärt Welter.
Dadurch könnte man dann auch mal später aufstehen als üblich. "Und das würde dann vielleicht den einen oder anderen Jugendlichen, der durch die frühen Uhrzeiten abgeschreckt ist, dann doch dazu animieren, mal zu sagen: 'Ach, probier es mal aus.' Das hoffen wir auf jeden Fall."
Was Bäcker mitbringen müssen
Abgesehen von der Bereitschaft, früh aufzustehen, sind andere Eigenschaften entscheidend. "Auf jeden Fall Begeisterung für Lebensmittel, ein gewisses Interesse, das man immer selber mitbringen muss", betont Welter.
"Gerne essen ist dann natürlich immer von Vorteil und sonst halt eine gewisse Motivation und Bereitschaft, körperlich zu arbeiten."
Ein abwechslungsreicher Arbeitstag
Ein typischer Tag bei Kockartz ist alles andere als eintönig. "Wir haben halt drei Abteilungen und jede Abteilung arbeitet ein bisschen anders", so Welter. "Aber im Großen und Ganzen lässt sich zusammenfassen, dass wir von drei bis circa fünf, sechs Uhr eine Tagesproduktion haben, in der die Ware für den jeweiligen Tag produziert wird. Und danach gehen wir rüber in die Vorbereitungen für den Tag danach und das Wochenende."

Die Vorbereitungen sind dabei besonders abwechslungsreich: "Da fällt halt jeden Tag was anderes an. Die Tagesproduktion ist meistens relativ gleich und die Vorbereitungen sind halt total unterschiedlich." Welter mag die Vielfalt: "Da habe ich tatsächlich auch ziemliche Gestaltungsfreiheit und ich versuche auch im Team so abzuwechseln, dass jeder mal was anderes machen darf oder kann oder muss."
Kampagne für Nachwuchs: Social Media und Mundpropaganda
Um auf den Beruf aufmerksam zu machen, setzt Kockartz auf eine große Social-Media-Kampagne. "Wir haben jetzt eine ziemlich große Kampagne auf Social Media, sprich TikTok und Instagram und Facebook gestartet", sagt Welter. "Es hängen überall Plakate aus. Wir versuchen natürlich über Mund-zu-Mund-Propaganda, auch ein bisschen was ranzuziehen."
Und die Bemühungen scheinen sich auszuzahlen. "Es hat bisher auch mehr oder weniger gefruchtet. Also es sind schon einige Bewerbungen gekommen."
Fabian Kühne




