Liegt das gebuchte Hotel in einem Waldbrandgebiet oder unmittelbar daneben, wird der Reiseveranstalter die Reise in der Regel frühzeitig stornieren und die Buchung annullieren. "In diesem Fall erhalten Reisende ihr Geld zurück", sagt David Bocher.
Wer kurzfristig eine Reise bucht, sollte sich vorab über die aktuelle Lage informieren. Reisebüros versuchen, Urlauber nicht in Regionen zu vermitteln, in denen aktuell Waldbrände wüten. "Man kann aber auch nicht den ganzen Süden ausklammern wegen der Gefahr, dass es brennen könnte. Aber wir versuchen die Hotspots zu meiden, wo die Waldbrände aktuell sind", sagt Bocher.
Erstattung bei Urlaubsabbruch
Kommt es während des Urlaubs zu einem Waldbrand und muss die Reise abgebrochen werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Erstattung. So decken manche Versicherungen Naturkatastrophen ab. Kündigt der Reiseveranstalter den Reisevertrag, erhalten Urlauber die Reise anteilig zurückerstattet. Evakuierungen werden von den Behörden vor Ort organisiert. Betroffene können sich anschließend an ihren Reiseveranstalter oder ihr Reisebüro wenden, um eine Teilerstattung zu beantragen.
Trotz der zunehmenden Waldbrände im Süden Europas beobachtet Bocher keine Abkehr vom Urlaub im Süden. Stattdessen verlagern Reisende ihre Ferien zunehmend in das Frühjahr oder den Herbst. Diesen Trend stelle er seit zwei bis drei Jahren fest.
Herausfordernde Zukunft
Herausforderungen für die Zukunft sieht Bocher bei Flusskreuzfahrten. Das anhaltende Niedrigwasser auf europäischen Flüssen bereite den Reiseveranstaltern zunehmend Probleme. Während Einschränkungen früher meist nur ein bis zwei Wochen im Jahr gedauert hätten, seien es inzwischen bereits drei bis vier Wochen.
Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, werde in einigen Jahren ein Umdenken notwendig sein. "Dann wird das so nicht mehr möglich sein, wie es im Moment läuft", so Bocher.
Radio-Interview mit David Bocher im Player:
Lena Orban