"Es gibt die Legende, dass hier sich ein Wanderer verirrt hat im Wald, seinen Weg verloren hat - und in seiner Verzweiflung hat er dann zu Antonius gebetet und hat ihn, oh Wunder, wiedergefunden", erklärt Klaus-Dieter Klauser vom ostbelgischen Geschichtsverein "Zwischen Venn und Schneifel".
"Und dann hat er versprochen: 'Ich werde hier eine Kapelle errichten oder ich werde hier irgendwie ein Denkmal aufsetzen' und so weiter, aber offensichtlich hat das Geld nicht gereicht. Jedenfalls hat er nur eine kleine Statue hier hingebracht, ein kleines Heiligenhaus hinten am Kreuz noch dran gemacht und das war's dann."
Es gebe nirgendwo eine urkundliche Erwähnung dazu, führt Klauser aus. "Ob es jetzt dieser Wanderer war, der hier was verloren hat oder irgendjemand anders was verloren hat und deswegen aus Dankbarkeit diese Statue gebracht hat, das wissen wir nicht."
Aktion "Mein Lieblingsort in Ostbelgien"
"Der Antoniusbaum am Prümer Berg ist mein Lieblingsort", hat uns Larissa Nelles aus Lengeler erzählt. Sie hat ihn im Rahmen einer BRF1-Aktion vorgeschlagen. Den Baum hat Larissa zu Lebzeiten ihrer Oma Luzia oftmals aufgesucht. Die Oma von Larissa starb 2019. Zum Antoniusbaum spazierten die beiden das letzte Mal gemeinsam 2015. Dabei starteten sie stets in Schlierbach, dem damaligen Wohnort von Oma Luzia.
"Also für mich war es immer ein sehr schöner Moment mit meiner Oma und es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, mit ihr den Weg zu gehen. Es war einfach etwas Besonderes, immer mit ihr zu gehen und das ist jetzt in wunderbarer Erinnerung im Herzen."

Der Weg hin zum Antoniusbaum sei immer ein echtes Abenteuer gewesen. Manchmal hätten sie Beeren gepflückt und ein Ritual habe es auch immer gegeben, erzählt Larissa: "Also mit Oma haben wir uns dann immer da auf die Bank gesetzt und haben dann immer Cracotte gegessen, die sie natürlich in ihrer Schürzentasche hatte. Das war der Ort, wo Oma immer alles drin hatte", erinnert sich Larissa Nelles.
Fragt man jedoch Wilma, die Mama von Larissa, so gibt es rund um den Baum noch wesentlich mehr zu erzählen. Denn eins steht fest: Manch einer ist froh, dass der Baum nicht sprechen kann, denn zu erzählen hätte er vermutlich viel, oder wie man auf Platt sagen würde: "Wenn dä Boom schwätze könn!".
"Ja, meine Mutter hat mir immer erzählt, dass früher, wenn die Familien sich aus den verschiedenen Dörfern nicht immer ganz grün waren und die Jugend sich aber auch ineinander verliebt hatte und sich nicht offiziell treffen durfte, dass man dann sagte: 'Wir treffen uns am Antoniusbaum'. Und das war auch relativ praktisch, das war sehr bekannt und das war auch sehr gut zu erreichen von Wallerode, Eiterbach, Setz, Schlierbach, so quer durch den Wald, ein kleines halbes Stündchen gelaufen und schon konnte man sich treffen."
Julia Slot