Beim Gang durch den Garten fällt auf: Hier liegt ganz schön viel Laub. Fast schon herbstlich - und auch sonst sehen einige Bäume in der Umgebung mehr nach Herbst als nach Sommer aus. Kein Wunder, denn die anhaltende Trockenheit stresst die Bäume, die dann so reagieren.
"Die haben Durst und dadurch aktivieren sie eine Schutzfunktion und werfen die Blätter ab, damit weniger Wasser verdunstet. Das ist für die Pflanzen ein ganz, ganz großer Stress. Da müssen wir als Mensch unbedingt eingreifen und den Pflanzen helfen, weil ohne unsere Hilfe sind sie der Trockenheit schutzlos ausgeliefert", erklärt Gärtner David Hermann von der Gärtnerei Hermann in Weywertz. Jeden Tag verbringt er gerade viel Zeit damit seine Ware zu wässern. "Jeden Tag ein bisschen", erklärt er.

Bewusst gießen und Wasserbeutel nutzen
Gerade wird viel Wasser im Garten benötigt. Zu einer Zeit, in der Wasser eigentlich eingespart werden sollte. Für David Hermann ist die Sache klar: Wasser sparen, indem man sein Auto nicht putzt, ja. Aber sich nicht um die Natur kümmern, ist für ihn keine Option.
"Wir müssen gießen, wir sollen gießen. Wir sollen behutsam gießen, aber auch ausreichend. Das ist natürlich auch wieder von Kleinpflanze zu großem Baum unterschiedlich. Um Bäume nach einer Neuanpflanzung gut zu wässern, gibt es Bewässerungsbeutel. Da kann man dann das Wasser reinlassen und es sickert innerhalb von circa vierundzwanzig Stunden ganz langsam in die Erde ein. So kann der Baum und auch die Erde die Feuchtigkeit besser aufnehmen und es ist nachhaltig gegossen."

Ein Umdenken im Garten
Wie können unsere Gärten resistenter gegen Trockenheit werden? Müssen wir andere Pflanzen in unsere Gärten setzten, die die Trockenheit vielleicht besser vertragen?
"Auf jeden Fall sollten wir darüber nachdenken", sagt David Hermann. "Das ist aber auch schwierig, weil wir wissen ja nicht, wie schnell der Klimawandel voranschreitet. Das will ja nicht heißen, wenn wir jetzt Pflanzen nehmen, die die Trockenheit besser vertragen, dass wir nicht vielleicht trotzdem noch strenge Winter bekommen und dann könnte es trotzdem ein Problem darstellen. Also da müssen wir mit der Natur arbeiten und lernen, was können wir, was dürfen wir und was sollen wir tun?"
Das wird die große Herausforderung der nächsten Jahre sein. Für die Bäume, die gerade ihr Laub abwerfen, war es das wahrscheinlich für dieses Jahr. Die treiben vermutlich nicht noch einmal aus. Es sei denn: "Wenn wir jetzt sehr, sehr bald Regen bekommen, aber ausgiebigen Landregen, dann könnte es sein, dass verschiedene Blätter noch mal zurückkommen."
Das Wasser in den Regentonnen wird auch in der Gärtnerei Hermann langsam knapp. Während früher regelmäßige Sommergewitter dafür gesorgt haben, das die wieder voll werden - ist das heute anders. Hier wird Regen sehnlichst erwartet.

Lena Orban