Theorie ist gut, Praxis ist besser: Ausbilder Bernd Cormann setzt bei der Schulung bewusst auf realitätsnahe Rollenspiele. Ob eine plötzliche Verbrennung in der Backstube oder eine Schnittverletzung - die Teilnehmer müssen im simulierten Ernstfall sofort reagieren.
Der dreitägige Grundkurs vermittelt das nötige Wissen, um in Notsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Neben den praktischen Übungen stehen auch theoretische Grundlagen auf dem Stundenplan, für die die 14 Beschäftigten freiwillig noch einmal die Schulbank gedrückt haben.
Aus Fehlern der Vergangenheit gelernt
Wie wichtig dieses Wissen ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit des Betriebs. Für Backstubenleiter Alfred Brüls ist das Thema eine Herzensangelegenheit: "Wir sind sehr froh, dass wir den Kurs gemacht haben, weil wir vor etlichen Jahren einen schweren Unfall mit einem Reiskocher hatten", erinnert sich Brüls. "Eine Kollegin war schwer verbrannt und musste in die Spezialklinik nach Löwen gebracht werden. Wir haben damals alles falsch gemacht und Eiswürfel zur Kühlung genommen."
Dank der dreitägigen Ausbildung wisse das Team nun genau, wie im Falle einer Verbrennung richtig gehandelt werden muss. "Für uns war das genial", so das Fazit des Backstubenleiters.
Die goldene Regel: Handeln
Ruhe bewahren, die Situation richtig einschätzen und Schritt für Schritt handeln - das steht im Mittelpunkt des Trainings. Auch wenn bei den Übungen verständlicherweise noch Nervosität mitschwingt, gehen die Mitarbeiter der Bäckerei Fonk am Ende mit einem sicheren Gefühl nach Hause. Sie wissen nun, wie sie Kollegen und Kunden im Notfall effektiv schützen können.
Perfektion wird dabei von niemandem erwartet. Ausbilder Bernd Cormann betont abschließend die wichtigste Grundregel der Ersten Hilfe: "Nichts machen ist der größte Fehler. Wenn die Person bewusstlos ist, muss man handeln. Ist sie bei Bewusstsein, kann man kommunizieren."
Manuel Zimmermann


