Evelyne Keller aus Schönberg war ebenfalls von der Flutkatastrophe vor fünf Jahren betroffen. Sie erinnert sich noch genau daran, wie das damals war. "In dem Moment, als es losging, war ich zu Hause. Ich hatte Urlaub, meine Schwester wohnte bei mir zu der Zeit. Und eigentlich haben wir uns nichts weiter dabei gedacht."
"Wir hatten zwar schon mitbekommen, dass es in Eupen sehr schlimm war, hier merkte man aber irgendwie noch gar nichts. Okay, es regnete viel, aber irgendwie hat man sich da jetzt nicht wirklich Sorgen gemacht. Und dann abends gegen elf Uhr, wir waren beide auf unseren Zimmern - ich zu war der Zeit auf der zweiten Etage, sie auf der ersten Etage - hörte ich plötzlich ziemlich viel Radau unten."
Einige Zeit später seien sie schließlich die Kellertreppe hinunter gegangen und hätten dann gesehen, dass dieser komplett unter Wasser stand. "Wir konnten natürlich nicht mehr schlafen. Wir sahen dann aber, wie das Wasser irgendwann immer weniger wurde und sind gegen vier, fünf Uhr morgens ins Bett gegangen."
"Als wir dann morgens gegen halb acht wieder aufgestanden sind, haben wir die ganze Verwüstung gesehen. Mein komplettes Erdgeschoss war unter Wasser, wirklich überall. Der Garten war verwüstet und die Autos wurden teilweise weggeschwemmt", erinnert sich Keller. Traumatisiert sei sie nicht, sagt sie - aber die Flutkatastrophe habe sie schon geprägt.
Julia Slot

