Während in Teilen der Wallonie - in erster Linie in den Ardennen - wegen der anhaltenden Trockenheit bereits Tankwagen die Trinkwasserversorgung sicherstellen müssen, ist die Lage in Ostbelgien derzeit noch deutlich entspannter. Akute Versorgungsengpässe gibt es in keiner der neun DG-Gemeinden. Dennoch verfolgen die Verantwortlichen die Entwicklung aufmerksam und mahnen zu einem sparsamen Umgang mit Trinkwasser.
Büllingen: Noch stabile Versorgung
In der Gemeinde Büllingen ist die Situation aktuell stabil. Schöffe Andreas Pflips erklärt jedoch, dass die Wasserreserven deutlich knapper werden könnten, falls es in den kommenden zwei bis drei Wochen weiterhin keinen nennenswerten Niederschlag gibt.
Positiv wirkt sich aus, dass die Gemeinde zusätzlich über einen Wasservertrag mit dem Wasserverband Oleftal verfügt. Dort gilt derzeit zwar ein Abkochgebot, nachdem bei einer routinemäßigen Untersuchung Enterokokken nachgewiesen wurden. Für die Gemeinde Büllingen besteht nach Angaben der Gemeindeverwaltung jedoch keine Betroffenheit. Das Abkochgebot gilt ausdrücklich nicht für die Büllinger Bevölkerung.
Amel: Quellen liefern bereits weniger Wasser
Auch in Amel macht sich die Trockenheit bemerkbar. Bürgermeister Erik Wiesemes berichtet, dass die Ergiebigkeit der zahlreichen Trinkwasserquellen bereits zurückgeht. Eine längere Trockenperiode könnte die Versorgung in den kommenden Wochen vor größere Herausforderungen stellen.
Burg-Reuland: Bewusster Umgang mit Wasser
In Burg-Reuland betont Bürgermeister Alain Stellmann, dass die Bevölkerung in den vergangenen Jahren gelernt habe, bei hohen Temperaturen bewusster und sparsamer mit dem "flüssigen Gold" umzugehen.
Bütgenbach und St. Vith: Lage unter Beobachtung
In Bütgenbach spricht der zuständige Schöffe Stéphan Noel von einer stabilen Situation. Gleichzeitig werde die Entwicklung aufmerksam beobachtet.
Ähnlich äußert sich St. Viths Bürgermeister Werner Henkes. Die Versorgung sei aktuell gesichert. Gleichzeitig zeigten unter anderem die niedrigen Wasserstände der Bachläufe, wie wichtig weitere Niederschläge seien. Das Thema beschäftige die Gemeinden bereits intensiv. Deshalb werden auch Sensibilisierungskampagnen vorbereitet, um die Bevölkerung zu einem sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufzurufen - etwa durch den Verzicht auf das Autowaschen.
Norden Ostbelgiens profitiert von der Eupener Talsperre
Etwas entspannter ist die Situation im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Gemeinden Eupen, Lontzen und Raeren beziehen ihr Trinkwasser größtenteils aus der Eupener Talsperre. Nach aktuellem Stand besteht dort kein Anlass zur Sorge. Voraussetzung bleibt allerdings, dass die Region in den kommenden Monaten nicht über längere Zeit ohne nennenswerte Niederschläge bleibt.
Kelmis: Wasserstände im Normalbereich
Auch in Kelmis gibt es derzeit keine Auffälligkeiten. Nach Angaben von Patrick Kaiser, der für die Trinkwasserversorgung zuständig ist, liegen die Wasserstände im Normalbereich.
Gemeinden setzen auf Vorsorge
Auch wenn Ostbelgien aktuell nicht von akuten Trinkwasserengpässen betroffen ist, beobachten alle Gemeinden die Entwicklung sehr genau.
Angesichts der anhaltenden Trockenheit appellieren viele Verantwortliche bereits jetzt an die Bevölkerung, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen, damit die Versorgung auch in den kommenden Wochen gesichert bleibt.
Dogan Malicki