Der Blick auf den kleinen Weiher - im Hintergrund der dichte Wald. Für Horst David und seine Frau Christa Spoden ist das Wohlfühlen. Sie haben auf dem Platz in der Rotheck ihr kleines Paradies gefunden.
"Hier morgens aufzustehen und rauszuschauen, ist perfekt. Schöner kann es nicht sein. Und das nur 16 Kilometer von zu Hause weg", sagt David und lacht. Mal ein kleiner Abstecher nach St. Vith, um daheim nach dem Rechten zu sehen und danach zieht es das Paar wieder in ihren Wohnwagen - mit Vorliebe übrigens auch im Winter bei Schneewetter.
Die beiden Dauercamper waren auf dem Platz sogar mal Hausmeister. Als Ostbelgier sind sie auf dem Camping La Hêtraie in der Unterzahl. Rund die Hälfte der Gäste kommt aus Flandern, auch Holländer, Deutsche und Camper aus der Wallonie und aus Brüssel sind dabei.
"Mit denen wir uns allemal sehr gut verstehen. Jeder versucht irgendwie, mit seiner Sprache klarzukommen untereinander. Es klappt sehr gut. Wir haben eine schöne Gemeinschaft", betont David. Ein selbstgebautes Insektenhotel hat er zuletzt vor seinem Wagen aufgestellt, erzählt er dem Platzbetreiber Jean-Louis Prignon und zeigt stolz sein Werk.
Seit 70 Jahren in Familienhand
Prignons Eltern übernahmen das Gelände vor 70 Jahren. Die ersten Wohnwagen kamen in den 1960er Jahren dazu. Heute sind es 90 Jahresstellplätze - und seit rund sechs Jahren gibt es zudem 20 Plätze für Tagestouristen.
Für Prignon ist die Anlage mitten in der Büllinger Natur eine Herzensangelegenheit: "Viel meiner Jugend habe ich hier verbracht. Auch in einem anderem Camping. Wir haben immer hier gearbeitet. Wir haben versucht, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen, mit den Campern hier. Wir haben sogar eine Person hier, die seit 50 Jahren da ist. Eine andere Person war 40 Jahre hier: Mit dem hatten wir auch persönliche Beziehungen. Das ist alles natürlich ein bisschen die Nostalgie, die wir jetzt empfinden."
Camping - so hat man den Eindruck - erfreut sich wachsender Beliebtheit. Prignon kann das bestätigen. Und wegen der gestiegenen Ölpreise sind Fernreisen für viele kein Thema mehr: "Ich meine, der Tourismus im eigenen Land wird in den nächsten Jahren - ich hoffe es natürlich - wieder Aufwind bekommen", sagt der Campingplatzbetreiber.
Und zu tun gibt es auf seinem Platz ständig etwas. Zum Beispiel müssen natürlich auch die Hecken geschnitten werden. Zeit für einen kurzen Plausch mit dem zuständigen Landschaftsgärtner vom Hof Peters ist immer. Schwimmbad, Kinderspielplatz, Boulebahn: Der Camping La Hêtraie will seinen Gästen etwas bieten.
Fokus auf Ruhe und Entspannung
Eines der nächsten Projekte: "Wir müssen eigentlich auch Glasfaser bekommen. Das ist sehr wichtig für uns, dass GoFiber uns abdeckt", betont Prignon. "Denn die Leute wollen immer mit ihrer Familie und ihren Liebsten in Verbindung stehen."
Jetzt Anfang Juli sind die Stellplätze für Tagescamper noch kaum besetzt - das ändert sich dann rund um den Nationalfeiertag und in den folgenden Wochen, sagt Prignon. "Es ist ganz eindeutig, dass hier keine Camper kommen, die jeden Tag Animation möchten. Wir haben drei Animationen pro Jahr. Aber der Hauptwert ist die Ruhe. Entspannung durch Ruhe und Natur."
Eine Idylle in der Büllinger Natur - für Camper wie Horst David und Christa Spoden ist es eine Wohlfühloase - mit Blick auf den Weiher und den Wald.
Moritz Korff







