Gesunde und nachhaltige Ernährung für Kinder steht im Mittelpunkt des Projekts "Cantines Durables". In Raeren tragen die Schulkantinen nun offiziell das erste "Radieschen" des Labels. Dieses steht für mehr regionale Produkte, weniger Frittiertes und eine ausgewogenere Schulverpflegung.
Ganz reibungslos verlief die Umstellung nicht. Vor allem neue Gerichte wie Linsenlasagne oder Chili sin Carne kamen bei einigen Kindern zunächst schlecht an. Auch Eltern äußerten zu Beginn Kritik, wenn ihre Kinder an bestimmten Tagen gar nicht mehr in der Schule essen wollten.
Zahlen sprechen für sich
Die Gemeinde verweist jedoch auf eine starke Nutzung der Schulkantinen: 84.383 Mahlzeiten wurden in den Raerener Schulen ausgegeben, mehr als 4.000 mehr als im Vorjahr. Schulschöffe Tom Simon sieht darin eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg.
"Die Resonanz ist sehr positiv in der Elternschaft. Man hat immer mal wieder den ein oder anderen, der irgendein Problem damit hat. Aber okay: Wir haben 600 bis 700 Eltern bei über 1.000 Kindern, die wir in unseren Grundschulen haben. Aber wir sind halt sehr zufrieden damit und werden auch weiter machen", sagt Simon.
Kaum mehr Abfall als früher
Eine zweiwöchige Testmessung ergab, dass noch immer 22 bis 23 Prozent des gekochten Gesamtvolumens nicht gegessen werden. Das liege auch an einer Sicherheitsreserve für besonders hungrige Tage, heißt es. Einen direkten Vergleichswert von früher gibt es nicht, doch Küchenchefin Mélanie Rodtheut beobachtet keine größere Ablehnung der Speisen als zuvor.
"Wir kochen dann halt etwas weniger, wo wir wissen, dass die Kinder das nicht so gerne essen, damit wir nicht so viel wegschmeißen müssen. Wir versuchen auch die Kinder zu animieren, auch mal zu probieren, wenn es etwas Neues gibt. Quorn kannten viele Kinder nicht. Selbst einige Kindergärtnerinnen kannten es nicht. Die haben es auch probiert. Dann ging es viel besser", so Rodtheut.

Label für drei Jahre
Das erste Radieschen bleibt der Gemeinde nun für drei Jahre erhalten. Wie beim Michelin-System gibt es beim Label drei Stufen, und schon für das erste Radieschen müssen 22 Kriterien erfüllt werden. Projektkoordinator Lars Brüll spricht von einem langen Weg, den die Küche bis zur Auszeichnung zurückgelegt habe.
Preis bleibt stabil
Trotz der Auszeichnung und des verstärkten Einsatzes lokaler und biologischer Produkte bleibt der Preis pro Mahlzeit im kommenden Schuljahr gleich: 2,50 Euro. Die Gemeinde will den aktuellen Standard halten und nach einer weiteren Umfrage gegebenenfalls noch Verbesserungen einbauen.
Die Lieferanten lokaler Produkte für die nachhaltige Ernährung in den Raerener Schulen sind:
Metzgerei Huby, Raeren
Metzgerei Kreusch, Raeren
Bio-Hof Schumacher, Raeren
Conserverie & Moutarderie Raeren
Kartoffelhandel Bonni, Lontzen
Bioladen Houtziplou, Eupen
Maison Duysens, Welkenraedt
Manuel Zimmermann