Die roten Warnflaggen im Hohen Venn sind derzeit zwar noch nicht gehisst. Das bedeutet aber keineswegs Entwarnung, sagt der Kommandant der Hilfeleistungszone der DG Francis Cloth. Aktuell betroffen seien nahezu alle Naturflächen. "Alles, was Vegetation ist - Wälder, Wiesen oder auch Parks - ist bei dieser Trockenheit brandgefährdet. Man sieht überall, dass Gras und Pflanzen austrocknen."
Auf mögliche Vegetationsbrände bereitet sich die Hilfeleistungszone schon seit Jahren vor. Inzwischen verfügt sie über vier spezielle Waldbrandfahrzeuge sowie Fahrzeuge für den Wassertransport in schwer zugänglichem Gelände. Gleichzeitig werden auch die Einsatztaktiken angepasst. Erfahrungen aus Ländern wie Frankreich, Spanien oder Portugal fließen dabei mit ein.
Doch Cloth macht auch deutlich: Große Brände kann die Hilfeleistungszone nicht allein bewältigen. "Bei einem großen Brand brauchen wir Unterstützung. Wir arbeiten mit anderen Hilfeleistungszonen sowie mit Kollegen aus Deutschland und den Niederlanden zusammen. Solche Brände kennen keine Grenzen."
Ein weiterer Schwerpunkt ist künftig die Früherkennung. Gemeinsam mit Partnern aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden arbeitet die Hilfeleistungszone an einem europäischen Projekt. Bis 2028 sollen Kameras einen Großteil des Hohen Venns überwachen. Künstliche Intelligenz soll Rauch frühzeitig erkennen, ergänzt durch Drohnen.
Damit es aber gar nicht erst zu Bränden kommt, appelliert Cloth an die Bevölkerung: "Offenes Feuer, Grillen oder Lagerfeuer sind aktuell verboten. Und ganz wichtig: Keine Zigaretten in die Natur werfen. Das ist eines der größten Brandrisiken."
Auch Wanderer und Spaziergänger können helfen. Wer Rauch oder Feuer bemerkt, sollte sofort die Rettungsdienste verständigen. Denn je früher ein Brand entdeckt wird, desto größer sind die Chancen, ihn schnell unter Kontrolle zu bringen.
Dogan Malicki