Schon im ersten Jahrhundert wurde die Wasserqualität in der Region vom römischen Naturforscher Plinius dem Älteren erwähnt, auch wenn unklar ist, auf welche Quellen er sich bezog. Es scheint, dass Spa vom lateinischen "sparsa fontana" abgeleitet ist, was "sprudelnder Brunnen" bedeutet.
Die Sauvenière Quelle ist Spas älteste bekannte Quelle Der Legende nach wurde sie im 7. Jahrhundert vom Heiligen Remaklus entdeckt, dem Gründer der Abtei Stavelot-Malmedy. Sein angeblicher Fußabdruck ist noch heute zu sehen. Viele Jahrhunderte pilgerten Jungverheiratete für ihren Kinderwunsch zur Sauvenière-Quelle. Angeblich macht ihr Wasser fruchtbar.
Das erste wissenschaftliche Buch über diese Quellen wurde 1559 vom Arzt Gilbert Limborh geschrieben. Das Buch erschien nicht nur auf Französisch, sondern auch auf Latein, Spanisch und später Italienisch.
"Der Leibarzt des Lütticher Fürstbischofs schreibt ein Buch über die wundersame Wirkung der eisenhaltigen Wasser von Spa, das unter den Adligen in ganz Europa Beachtung findet. Und so zieht es die Adligen und Könige nach Spa", erzählt Pol Jehin, Präsident der Asbl Spa Patrimoine.
Die Einwohner von Spa waren überrascht, so viele Ausländer in Spa ankommen zu sehen. Sie nannten sie "Bobelins", ein Wort, das wohl vom lateinischen Wort "bibulus" abgeleitet ist und "große Trinker" bedeutet. Anderen Quellen zufolge stammt das Wort vom wallonischen Wort "boublin", was so viel wie Narr oder Einfaltspinsel bedeutet.
Die Einheimischen von Spa waren die feinen Manieren dieser vornehmen Besucher jedenfalls nicht gewohnt.
Als die Einwohner von Spa die Bedeutung der Kurgäste erkannten, bauten sie Unterkünfte, und das Wasser wurde exportiert.
Im 18. Jahrhundert erreichte Spas Bekanntheit ihren ersten Höhepunkt und Spa wurde rasch zum Treffpunkt der High Society und des Adels. Nicht ganz unschuldig daran war der russische Zar Peter der Große.
"Ein weiter wichtiger Moment ist die Ankunft des russischen Zaren 1717. Peter der Große war übergewichtig und kränkelte. In Spa muss er ernorme Mengen Wasser trinken. Danach fühlt er sich viel besser. Weil der Zar sehr angesehen war, machten es ihm alle nach und Spa erlebte einen wahren Ansturm an Kurgästen."
Spa wurde als "Café de l’Europe" bekannt. Heute würde man sagen "The place to be” Die Französische Zeit war war schwierig. Spa erholte sich erst nach dem Wiener Kongress 1815.
1868 waren die neuen Thermen fertig. Mit den Thermalkuren gewann Spa die wohlhabenden Kunden zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann für die Stadt Spa der zweite Frühling.
"Der Thermal-Tourismus war auch ein Vergnügungstourismus. Casinos, Versammlungshäuser und Hotels werden gebaut. Spa boomt."
Nahezu alle historischen und bekannten Gebäude wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Die Galerie Leopold II. mitten im Parc de Sept Heures, Treffpunkt der internationalen Kurgäste nach dem Abendessen.
Nach dem zweiten Weltkrieg ändert sich der internationale Tourismus. Und auch die bekannte Bäderstadt Spa wird vom Strukturwandel nicht verschont. Doch zahlreiche Baustellen zeigen, dass sich was tut, erklärt Jehin.
"Spa hat ein enormes Erbe, das jetzt renoviert werden muss. Zwanzig Jahre hat man auf die Unesco-Anerkennung hin gearbeitet. Sie hat der Stadt einen Schub gegeben und sie international wieder bekannt gemacht."

Volker Krings