An der Ecke Simarstraße/Kneippweg in Eupen entsteht der erste offizielle "Frauenort" Ostbelgiens. Gewidmet ist er der Eupener Wohltäterin Gertrud Palm. Sie setzte sich über Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement für Arme, Bedürftige sowie Soldaten und deren Familien ein, bis zu ihrem Tod im Jahr 1945.
Dass die Wahl auf Palm fiel, hat auch strategische Gründe. "Das hatte erstmal praktische Gründe. Wir wollten aber auch eine Frau würdigen, deren Lebensweg und Leistungen noch nicht so bekannt sind", erklärt Nicole Baltus, Geschäftsführerin der Frauenliga.
Weitere Frauen im Fokus
Neben Gertrud Palm sollen auch andere prägende Persönlichkeiten gewürdigt werden. Dazu gehört etwa Josephine Koch, die sich während einer Typhus-Epidemie in der Krankenpflege engagierte und sich lebenslang für Kranke und Bedürftige einsetzte.
Auch Frauen des Widerstands wie Elisabeth Fraipont und Maria Kreuels werden Teil des Projekts sein. Ebenso die Eupener Reformpädagogin und Schriftstellerin Tinette Homberg, die eigene Erziehungsanstalten gründete.
Ein wachsendes Netzwerk
Die Initiative wird von der Frauenliga in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Eupen und dem Zentrum für Förderpädagogik umgesetzt. Die "Frauenorte" sollen jeweils dort entstehen, wo die Frauen gewirkt haben.
Parallel dazu wird unter frauenorte.be ein digitales Archiv aufgebaut. "Wir brauchen natürlich weitere Frauen. Wir möchten das Projekt leben lassen. Es soll wachsen und es sollen Frauengeschichten aus ganz Ostbelgien hinzukommen", so Baltus.
Auftakt am Dienstag
Die erste Stele in der Eupener Simarstraße wird am Dienstag um 16 Uhr feierlich eingeweiht. Sie markiert den Beginn eines Projekts, das die Geschichte der Region um wichtige Perspektiven erweitern will.
Manuel Zimmermann


