Noch steht das Gras am ehemaligen Campingplatz Hertogenwald hoch. Seit über zwei Jahren tut sich auf dem Gelände nicht mehr viel. Ungefähr genau so lange arbeitet Philippe Debor aber auch schon an seiner Vision für das vier Hektar große Areal. Ein Ferienpark mit 62 Chalets. "Im Tourismussektor ist es eigentlich kein besonders großes Projekt", sagt Debor. "Ich dachte mir, dass ich das selbst betreuen kann. Deshalb begann ich, nach Partnern zu suchen, die mich begleiten würden. Schritt für Schritt entwickelten wir dann das gesamte Projekt weiter und setzen es nun immer konkreter um."
Projektpartner ist der internationale Konzern für Ferienunterkünfte Prism. 25 Chalets sollen zudem an Investoren verkauft werden. "Die Struktur ist so organisiert, dass es finanzielle Partner gibt, die in den Campingbetrieb investieren. Prism kümmert sich um alle Reservierungen. Mit dieser Firma sind wir zu 99 Prozent sicher, dass wir einen Vertrag abschließen werden. Und ich selbst werde als Geschäftsführer vor Ort tätig sein und mich täglich um den Empfang der Gäste sowie um den laufenden Betrieb des Campingplatzes kümmern", so Debor.
Der Projektautor kommt selbst aus der Region. Er hat in Verviers studiert und kennt Eupen gut. Berufliche Erfahrungen hat er vor allem im Bausektor gesammelt, unter anderem in Modulbaufirmen aus Lüttich. Dort habe er in der Vergangenheit ähnliche Projekte betreut.
Der geplante Ferienpark hat in den letzten Wochen aber auch für Kritik gesorgt, vor allem was das Thema Hochwasserschutz angeht. So stellte sich unter anderem die Frage, ob das Gelände nicht besser unbebaut bleiben sollte, um als natürliche Pufferzone zu dienen. Hier müsse man aber unterscheiden, sagt Debor. "Es ist etwas anderes, Wohngebäude oder Hochhäuser aus Beton mit Fundamenten und dauerhafter Bodenversiegelung zu errichten, als Lodges zu bauen, die erhöht stehen und nicht rund um die Uhr von Menschen bewohnt werden."

Zudem seien die Baupläne mehrfach angepasst worden, um möglichen Hochwasserrisiken Rechnung zu tragen. Aus ursprünglich 80 geplanten Chalets sind inzwischen 62 geworden. Eine weitere Maßnahme: die Chalets stehen auf fast einem Meter hohen Stelzen. "Wir haben das Hochwasser von 2021 als Referenz herangezogen, um die Höhe der Türschwellen so anzupassen, dass kein Wasser in die Lodges eindringt. Außerdem leiten wir das Regenwasser, das auf die Dächer fällt, unter den Lodges in Rückhaltebecken. Diese Becken werden von einem Ingenieurbüro so berechnet, dass sie die Wassermenge aufnehmen, die beispielsweise bei einem heftigen Sturm auf die Dächer fällt, sodass sie im Boden versickert und somit das Problem der Bodenabdichtung gelöst wird."
Auch der wasserdichte Asphalt auf den Wegen des Campingplatzes soll entfernt und durch eine durchlässige Oberfläche ersetzt werden. Direkt neben der Weser werden keine Chalets gebaut. Stattdessen sollen dort zwei Wasserrückhaltebecken entstehen.
Debor rechnet damit, dass das Projekt insgesamt zwischen sieben und acht Millionen Euro kosten wird. Zwar wartet der Projektautor noch auf die Genehmigung der Stadt Eupen, einen vorläufigen Zeitplan gibt es aber schon. "Wir sind bereit! Sobald wir die Genehmigung haben, übernimmt ein ortsansässiges Unternehmen die gesamte Geländevorbereitung. All diese Arbeiten, Asphalt erneuern, den Boden wasserdurchlässig machen, Fundamente legen, Elektroanschlüsse herstellen, dauern mehrere Monate. Währenddessen wird in der Fabrik mit dem Bau der ersten Lodges begonnen. Wir hoffen, diese im Januar oder Februar nächsten Jahres liefern und dann vermieten zu können, idealerweise für den Karneval im nächsten Jahr. Das wäre fantastisch!"
Natürlich steht auch die Wiederbelebung der Brasserie auf dem Plan des Projektautors, zu diesem Zweck werde ein Pächter gesucht. Auch ein neuer Spielplatz und ein öffentlicher Sanitärbereich mit Duschen und Umkleidekabinen sind in dem Ferienpark vorgesehen.
Lindsay Ahn


